Willkommen beim Gesprächskreis "Juden und Christen"!

Aktuelles

Jüdisch-christliche Doppelspitze übernimmt Leitung des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK

Pressemeldung des ZdK

Dienstag, 12. Juli 2016

Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim ZdK, einzigartiges Gremium, in dem Juden und Katholiken in kontinuierlichem Austausch stehen und zu grundlegenden und aktuellen theologischen Themen gemeinsam Stellung nehmen, verabschiedet seinen langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Hanspeter Heinz (Augsburg).

Professor Heinz, der den Vorsitz des Gesprächskreises seit 1974 inne hatte, hat am Montag, den 11. Juli 2016, die Leitung an Dagmar Mensink, Mitglied des ZdK (Frankfurt) und Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors (Berlin) übergeben. Der seit 45 Jahren bestehende Gesprächskreis wird erstmalig von einer jüdisch-christlichen Doppelspitze geleitet. Das Präsidium des ZdK begrüßt den Wechsel und die strukturelle Veränderung hin zur offiziellen gemeinsamen Leitung durch eine katholische Theologin und einen jüdischen Theologen ausdrücklich und dankt Prof. Dr. Hanspeter Heinz gleichermaßen für sein rund 40-jähriges Engagement im jüdisch-christlichen Dialog.

Der Gesprächskreis "Juden und Christen wurde 1971 vom Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufen. Seit 1979 hat er mehrere theologische Veröffentlichungen verfasst, die in Fachkreisen international anerkannt und in Deutschland einer größeren Öffentlichkeit bekannt sind.


Nostra Aetate ist nicht verhandelbar

Donnerstag, 19. Mai 2016

Zu jüngsten Berichten über den Stand der Verhandlungen zwischen der katholischen Kirche und der Piusbruderschaft erklärt der Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK):

Die Verhandlungen Roms mit der Piusbruderschaft zur Wiederaufnahme in die katholische Kirche lassen uns aufhorchen und machen uns Sorgen. Aus diesem Anlass erklären wir als Juden und Katholiken: Das entschiedene Ja der katholischen Kirche zur Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis zu den Juden (Nostra Aetate 4), dem die Piusbruderschaft ein entschiedenes Nein entgegen setzt, darf auf keinen Fall zur Disposition gestellt oder abgeschwächt werden. Nostra Aetate ist bei diesen Verhandlungen nicht verhandelbar! Denn dieser Konzilsbeschluss markiert die epochale Wende der katholischen Kirche im Verhältnis zu den Juden.

Im Namen des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Prof. Dr. Hanspeter Heinz

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

 


© ZdK/Molitor

Kinderbibeln im Licht des jüdisch-christlichen Dialogs

Fachtagung erarbeitet Qualitätskriterien

12. Februar 2016

"Kinderbibel-Forschung und Kritik scheinen die Flut an Neuerscheinungen kaum zu beeinflussen." Gastredner Professor Dr. Thomas Nauerth von der Universität Osnabrück brachte die Ausgangssituation der zweitägigen Fachtagung "Judentum in christlichen Kinderbibeln" auf den Punkt. Auf Initiative des Gesprächskreises "Juden und Christen" hatten sich interessierte Fachleute aus Wissenschaft, Schulpraxis und Kita-Alltag sowie TheologiestudentInnen  vom 10. auf den 11. Februar in Georgsmarienhütte zusammengefunden, um gemeinsam Qualitätskriterien für die Darstellung des Judentums in Kinderbibeln zu erarbeiten.

Unter Anleitung der Gesprächskreismitglieder Dr. Ilse Müllner, Professorin für Altes Testament an der Universität Kassel, Dr. Barbara Schmitz, Professorin für Altes Testament und biblisch-orientalische Sprachen an der Universität Würzburg und Dr. Uta Zwingenberger, Leiterin des Bibelforums im Bistum Osnabrück und Organisatorin der jährlichen "Internationalen Jüdisch-Christlichen Bibelwoche" wurden in Workshops erzählerische und bildnerische Darstellungsformen detailliert beleuchtet. "Der jüdisch-christliche Dialog der letzten Jahrzehnte hat die christliche Theologie und das christliche Verständnis vom Judentum heute wie in biblischer Zeit maßgeblich verändert. Das sollte auch Auswirkungen auf die in großer Zahl erscheinenden Kinderbibeln haben, die gewissermaßen den "Praxistest" für jede biblische Theologie darstellen", betonte Müllner.

Dass dies in der Realität oftmals nicht der Fall ist, davon wussten Pfarrerin Diana Klöpper, Mitverfasserin der Gütersloher Erzählbibel und PD Dr. Marion Keuchen zu berichten. Letztere illustrierte anschaulich die Praxisfehler in vielen Publikationen, angefangen von falschen Kleidungsstücken über Requisiten bis hin zu verfälschenden Textstellen und fragwürdiger Inhaltswahl. Es ist geplant, die Ergebnisse der Tagung einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.


Oktober 2015

Eine bleibende Verpflichtung: Konzilserklärung "Nostra Aetate" über das Vermächtnis der Kirche zu den nichtchristlichern Religionen vom 28. Oktober 1965 nach fünfzig Jahren der Rezeption und Fortschreibung.

Tagung des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK, der Katholisch-Theologischen Fakultät der Julius- Maximilians. Universität Würzburg und der Katholischen Akademie Domschule des Bistums Würzburg.

Zur Dokumentation der Tagung


Mai 2015

"Ohne jüdische Wurzel stirbt die Kirche." Antwort von Prof. Dr. Hanspeter Heinz auf Notger Slenczka in PUBLIK-FORUM 9/2015.


© KNA-Bild

Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille an Hanspeter Heinz und den Gesprächskreis "Juden und Christen" beim ZdK

Montag, 9. März 2015

"Etwas ganz anderes und viel Größeres als ein Dialog auf Augenhöhe ist eine Begegnung, in der einer zum anderen aufschaut, ihn höher achtet als sich selbst. Genau diese Erfahrung habe ich oft mit jüdischen Freunden und Freundinnen gemacht. Durch sie hat Gott mich Neues hören lassen, was ich in meiner eigenen Kirche und aus ihrer Geschichte bisher nicht gehört habe, was mir fehlte und mich jetzt bereichert." Mit diesen Worten beschreibt der katholische Pastoraltheologe Hanspeter Heinz seine Arbeit, für die er und der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gestern Mittag mit der Buber-Rosenzweig-Medaille 2015 ausgezeichnet wurden. Der Preis wurde im Ludwigshafener Theatersaal des Pfalzbaus zur Eröffnung der "Woche der Brüderlichkeit" verliehen.

Hanspeter Heinz habe sich in Publikationen über viele Jahre hinweg mit Themen der jüdisch-christlichen Beziehungen beschäftigt, so die Begründung der Juroren, des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR). Besonders hervorzuheben sei seine Leitung des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK, die er seit 1974 innehat. In diesem Gesprächskreis erarbeiten Persönlichkeiten aus Lehre und Forschung, orthodoxe und liberale Rabbiner, Laien und Priester, insgesamt 17 Christinnen und Christen sowie 15 Jüdinnen und Juden gemeinsam viel beachtete Stellungnahmen, die im In- und Ausland, aber auch in Fachkreisen und bei kirchlichen Autoritäten hohe Wertschätzung gefunden hätten. So dürften u.a. die Erklärung des Gesprächskreises von 1988 "Nach 50 Jahren – wie reden von Leid, Schuld und Versöhnung?", die kritische Stellungnahme in 2007 zur Revision des Karfreitagsgebets durch Papst Benedikt XVI., oder die 2009 erschienene Erklärung "Nein zur Judenmission – Ja zum Dialog zwischen Juden und Christen" als vorbildliche Meilensteine im katholisch-jüdischen Dialog gelten.

Hanspeter Heinz und der Gesprächskreis verkörpern, so der Koordinierungsrat, auf vorbildliche Weise, was die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit ihrem Jahresthema für 2015 zum Ausdruck bringen möchten: "Im Gehen entsteht der Weg. Impulse christlich-jüdischer Begegnung". ZdK-Präsident Alois Glück: "Ohne das unermüdliche Engagement von Hanspeter Heinz und den Mitgliedern des Gesprächskreises wäre der christlich-jüdische Dialog in unserem Land um ein Wesentliches ärmer!"

Das ZdK veröffentlicht aus diesem Anlass und als Dank für das 40-jährige Engagement von Hanspeter Heinz als Vorsitzender des Gesprächskreises eine Sonderausgabe der Salzkörner. 29 gegenwärtige und ehemalige Mitglieder des Gesprächskreises nehmen Stellung zu der Frage "Warum ist mir der jüdisch-christliche Dialog wichtig?" Unter dem Titel "In Verantwortung füreinander" legt das ZdK gleichzeitig eine Zusammenstellung der zwischen 2005 und 2009 erschienenen Erklärungen des Gesprächskreises vor.

Die Sonderausgabe der Salzkörner finden Sie hier oder als Download hier.

Den Preisträgervortrag von Prof. Dr. Hanspeter Heinz finden Sie hier.

Den TV-Beitrag der ARD finden Sie hier.

Den TV-Beitrag der SWR-Landesschau Aktuell finden Sie hier.

Den TV-Beitrag des Bayerischen Rundfunks finden Sie hier.

Den Audiobeitrag des WDR5 finden Sie hier.

Informationen und Materialien zur Woche der Brüderlichkeit 2015 finden Sie hier.

 


Der Gesprächskreis "Juden und Christen", dem zurzeit 13 jüdische und 17 katholische Mitglieder angehören, wurde 1971 vom Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufen. Nach Ablauf der vierjährigen Amtsperiode erfolgt jeweils die Neuberufung durch das Präsidium. Seit 1974 fällt Prof. Hanspeter Heinz die Leitung zu.

Es lag in der Eigendynamik der Sache, dass die ursprüngliche Zielsetzung der Mitgestaltung von Katholikentagen (auch Ökumenischen Kirchentagen), die bis heute zielstrebig beibehalten wird, nach und nach erweitert wurde und der Kreis viele andere Aufgaben wahrgenommen hat:

- richtige Darstellung von Juden und Judentum in Verkündigung, Unterricht und Bildung; ein Projekt war die Revision von Bibelausgaben, Religions- und Geschichtsbüchern für den Schulunterricht (1980);

- Erklärungen zur theologischen Grundlegung des jüdisch-christlichen Dialogs und zu aktuellen Kontroversen, etwa 2007 zur Störung der christlich-jüdischen Beziehungen durch die Wiedereinführung des "Tridentinischen Ritus". Die Erklärungen und Stellungnahmen sind auch auf Englisch publiziert und in Fachkreisen international anerkannt, manchmal auch kontrovers diskutiert;

- Vertiefung der Beziehungen zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk; dem dienten Reisen des Präsidiums zusammen mit dem Gesprächskreis nach Israel und New York, Ungarn, Polen, Paris, Prag und Rom;

- philosophisch-theologische Grundlagenreflexion; dazu wurden Klausurtagungen und Kongresse veranstaltet;

- Erarbeitung von Stellungnahmen für den Präsidenten des Zentralkomitees, z. B. zur Anerkennung des Staates Israel durch den Vatikan oder zur Pilgerreise Johannes Pauls II. im Heiligen Jahr 2000 nach Jerusalem.

Der Gesprächskreis ist seit Jahrzehnten weltweit das einzige Gremium, in dem Juden und Katholiken in kontinuierlichem Austausch stehen und zu grundlegenden und aktuellen theologischen Themen gemeinsam Stellung nehmen.