Donnerstag, 12. Mai 2016

Mehr europäisches Zugehörigkeitsgefühl durch Dialog der Kulturen


Beim Treffen der Initiative Christen für Europa (IXE) am Dienstag, 10. Mai 2016 in Brüssel mit Katharina von Schnurbein, bei der Europäischen Kommission zuständig für den Dialog mit Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, betonte Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), wie wichtig es sei, Europapolitik mit der christlichen Soziallehre in Dialog zu bringen: "In allen europäischen Gesellschaften spielt Religion auf ganz unterschiedliche Weise eine kulturprägende Rolle. Es braucht einen offenen Dialog der EU-Institutionen mit den verschiedenen Religionen und gleichzeitig ein großes Interesse der Religionen an der Stärkung einer wertebasierten, starken Europäischen Union."

Von Schnurbein, die in der Europäischen Kommission auch Koordinatorin zur Bekämpfung von Antisemitismus ist, erörterte mit den IXE-Vertreterinnen und Vertretern die Frage ob es einen Weg "zurück" zum europäischen Denken und zu einer Minderung nationalstaatlicher Alleingänge geben könne.

"Nur durch gegenseitige Verständigung kann sich zusätzlich zur nationalen Identität eine europäische Identität bei den Menschen entwickeln", so Jérôme Vignon, Präsident der Semaines Sociales de France und Mitbegründer von IXE. Er stellte für Gesamteuropa einen großen Hang zur nationalen Identität heraus: "Diese Identität ist wunderbar. Gleichzeitig müssen wir den interkulturellen Dialog fördern."

 

Die Initiative Christen für Europa (IXE) ist eine Arbeitsgruppe bestehend aus für den sozialen Katholizismus in Europa repräsentativen Organisationen und engagierten Christen aus verschiedenen Ländern Europas. Generelles Anliegen von IXE ist es, in die jeweiligen nationalen Debatten ein lebendigeres Bewusstsein für ein solidarisches Europa einfließen zu lassen. Hierbei soll die Begegnung von Christen in Europa gefördert und so die Soziallehre der Kirche weitergetragen werden, um das Ziel eines besseren gegenseitigen Kennenlernens und Verständnisses geschichtlicher und kultureller Unterschiede zu erreichen.