Mittwoch, 22. März 2017

Der Grundstein für ein friedliches Europa

ZdK erinnert an Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957

Anlässlich des 60. Jahrestages der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März appelliert der europapolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Martin Kastler, das Friedensprojekt Europa fortzuschreiben: "Aus christlicher Motivation heraus haben die Gründerväter Adenauer, Schuman und De Gasperi damals gehandelt, und so liegt es auch in unserer christlichen Verantwortung heute, an die großen Errungenschaften zu erinnern, von denen viele Menschen in Europa, in der ganzen Welt profitieren."

Als Beispiele nennt Kastler, den Aufbau einer Zollunion, die Einrichtung eines gemeinsamen Marktes, sowie die Bewegungsfreiheit für Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital. Mit den Römischen Verträgen sei ein Grundstein für ein "in der Geschichte beispielloses Einigungswerk, das die Menschen in Europa seither immer enger zusammengebracht hat", gelegt worden. "Die Verabschiedung der Charta der Grundrechte, der Schengener Raum ohne Binnengrenzen sowie die Einführung einer gemeinsamen Währung mit dem Ziel, Europa zu vereinen und seine Bürgerinnen und Bürger zu stärken – das sind Erfolge, an die wir für die Zukunft anknüpfen müssen", unterstreicht Kastler.

Niemand dürfe sich zufrieden zurücklehnen angesichts der wachsenden Differenzen, die sich auf politischer, ökonomischer und sozialer Ebene zwischen den Staaten der Europäischen Union in letzter Zeit entwickelt hätten, so Kastler weiter. Um diese zu überwinden, müsse unter den Europäern wieder mehr Solidarität wachsen in gegenseitiger Verantwortung und in Treue zur Rechtsgemeinschaft und den gemeinsamen Grundwerten der Menschenwürde, des Rechtsstaats und der Demokratie. Martin Kastler wörtlich: "Dies gilt in allen Kernanliegen der Integration, ob Stärkung der Währungsunion, gemeinsamer Umweltschutz, humanitäre Bewältigung der Flüchtlings- und Migrationsströme, Schutz der Bürger gegen Terrorismus und Kriminalität oder auch die Wahrnehmung globaler Verantwortung in der Entwicklungs- und Sicherheitspolitik."

Der Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten am 25. März 2017 in Rom sei "gut und wichtig". Es brauche jedoch auch entsprechende Entscheidungen in den drängenden politischen Fragen, die dann zu Hause in den Ländern mitgetragen werden müssten, kommentiert der ehemalige Europaabgeordnete. Als größte organisierte Vertretung der katholischen Laien in Deutschland werde sich das ZdK auch weiterhin konsequent dafür einsetzen, das gegenseitige Vertrauen der Menschen in Europa zu fördern.

Martin Kastler: "Wir sind froh und dankbar, dass die Niederländer bei den Parlamentswahlen dem Populismus eine Absage erteilt haben. Dass proeuropäische Kräfte gewonnen haben, stimmt uns für die kommende Wahl in Frankreich optimistisch. Gerade in diesem Jahr wollen wir gemeinsam mit unseren Schwestern und Brüdern in Frankreich, in Polen und in vielen anderen Mitgliedstaaten für die europäische Einigung werben. Das ist der richtige Weg um Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zu gewährleisten."