Freitag, 1. März 2013

Gemeinsam Pause machen! ZdK für konsequenten Schutz des Sonntags

Einen konsequenten Schutz des Sonntags hat die Sprecherin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) für gesellschaftliche Grundfragen, Eva Maria Welskop-Deffaa, anlässlich des internationalen Tages des freien Sonntags am 3. März 2013 gefordert.

„Zu einer menschenfreundlichen Rhythmisierung des Lebens, in dem Arbeit und Muße in guter Balance sind, gehört der konsequente Schutz des Sonntags. Wir wollen der Tatsache, dass immer mehr Menschen gezwungen sind, regelmäßig am Sonntag zu arbeiten, nicht einfach schweigend zusehen“, so Welskop-Deffaa.  

Sie verwies darauf, dass die Zahl derjenigen, die sonntags arbeiten, in Deutschland rasant und branchenübergreifend wächst. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigten, dass  in Deutschland 15% der weiblichen und 14% der männlichen Erwerbstätigen zwischen 15 und 64 Jahren regelmäßig sonntags arbeiten.

 „Neue Medien einerseits und die Freizeit-Ansprüche in einer entwickelten Dienstleistungsgesellschaft andererseits führen dazu, dass immer mehr Menschen von anderen fraglos Erreichbarkeit an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr erwarten. Wer sonntags im Call Center anruft, um sich nach den Mietbedingungen eines Ferienhauses zu erkundigen, nimmt in der gleichen Weise Sonntagsarbeit in Anspruch wie der Chef, der erwartet, dass am Wochenende Mitarbeiter auf Emails antworten. Sorgsamer Umgang mit der Familienzeit der anderen sieht anders aus“, so Welskop-Deffaa

Im Hinblick auf die aktuelle Debatte um eine Neuregelung des Ladenöffnungsgesetzes in NRW machte sie deutlich, dass kluge gesetzliche Regelungen den skizzierten Dynamiken Einhalt gebieten können und müssen. „Wir brauchen keine zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntage! Wer immer mehr Geschäftigkeit in unseren Alltag hineinpressen will, wird feststellen, dass am Ende weder der Geschäftsgewinn noch das Glück der Menschen zunehmen werden“.

Die rückläufige Zahl der Gottesdienst-Besucher am Sonntag sei ein weiteres Zeichen dafür, wie schwer es den Menschen heute falle, regelmäßige Zeiten im Wochenrhythmus frei zu halten, die aus dem Alltag hinaus führen und die Orientierung und Kraft schenken, so Welskop-Deffaa.