Freitag, 11. November 2011

Gesprächsprozess der katholischen Kirche in Deutschland Symposium zu Diensten und Charismen im Gottesvolk

Im Rahmen des von der Deutschen Bischofskonferenz beschlossenen Gesprächsprozesses ist heute ein zweitägiges Symposium in Bensberg zu Ende gegangen. Unter dem Thema „Im Heute glauben: Dienste und Charismen – Perspektiven und Entwicklungen im priesterlichen Gottesvolk“ diskutierten Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) über die Dienste und Charismen, die Situation in den Gemeinden und Fragen der gemeinsamen Sendung von Laien und Priestern. Das Symposium ist Teil der Arbeit einer in der Gemeinsamen Konferenz von Bischofskonferenz und Zentralkomitee beschlossenen Projektgruppe.

Im ersten Teil des Symposiums wurde der Frage nachgegangen, wie es in den frühchristlichen Gemeinden am Übergang von der apostolischen zur nachapostolischen Zeit zu einer Vielfalt von Diensten und Funktionen gekommen ist. In einem Grundsatzreferat legte Prof. Dr. Bertram Stubenrauch (Universität München) die Entwicklung der kirchlichen Dienste und Ämter der frühen Kirche als Antwort auf kirchliche und gesellschaftliche Notwendigkeiten dar.

Im zweiten Teil wurde die Thematik auf die Gegenwart bezogen und gefragt, wie auf der Grundlage des gemeinsamen Priestertums aller Getauften die ursprüngliche Bandbreite der Dienste im Kontext der heutigen Notwendigkeiten im kirchlichen Leben neu entfaltet werden kann. Hierzu referierten Prof. Dr. Rainer Bucher (Universität Graz) und die Leiterin des Seelsorgeamtes im Bistum Osnabrück, Dr. Daniela Engelhard. Gefragt wurde nach pastoraltheologischen und soziologischen Perspektiven für Dienste und Ämter in der Kirche und eine „personale Präsenz in den Gemeinden vor Ort“.

ZdK-Präsident Alois Glück unterstrich, dass mit dem Symposium Neuland in der Zusammenarbeit von Zentralkomitee und Bischofskonferenz betreten wurde. Gemeinsam habe man die pastoralen Herausforderungen in den Blick genommen, die sich im Blick auf das Zusammenwirken von Laien und Priestern heute stellen. Er forderte dazu auf, den Dialogprozess fortzusetzen und sich auf die Ungewissheiten und Spannungen bewusst einzulassen.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, würdigte das Gespräch als hilfreichen Beitrag im auf mehrere Jahre angelegten Gesprächsprozess. Vieles sei in den vergangenen Jahren gewachsen, darauf dürfe man dankbar zurückblicken. „Der Gesprächsprozess und die Frage nach den Ämtern muss – das steht außer Frage – im Licht des Zweiten Vatikanischen Konzils reflektiert werden. Eine Relecture der Konzilstexte ist in der Bischofskonferenz abgesprochen. Außerdem soll die Relecture den Gesprächsprozess mit bestimmen“, so Zollitsch. An den während des Symposiums aufgeworfenen Fragen werden auch die Pastoralkommission und die Kommission für Geistliche Berufe und kirchliche Dienste der Deutschen Bischofskonferenz weiter arbeiten.


Hinweis: Diese Presseerklärung wird von den Pressestellen der Deutschen Bischofskonferenz und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken gleichzeitig verschickt. Eventuelle Doppelzusendungen bitten wir zu entschuldigen.