Mittwoch, 18. Juni 2014

Kleine Einheiten stärken.

Zur Ökumenischen Sozialinitiative der Kirchen.

"Wie wollen wir in unserer Gesellschaft morgen und übermorgen zusammenleben - und wovon wollen wir dann leben?" Mit diesen Fragen kennzeichnete Alois Glück, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, beim Kongress zur Ökumenischen Sozialinitiative seine Erwartungen an den Beitrag der Kirchen. Mit dem vor einigen Monaten veröffentlichten Text "Gemeinsame Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft" seien ein guter Impuls gegeben und eine gute Grundlage für die weitere Diskussion in Politik, Gesellschaft und Kirche geschaffen worden. Es komme aber nun darauf an, diesen Impuls in einer breit angelegten Diskussion aufzugreifen und weiter zu entwickeln.

Nachholbedarf sah Glück bei der Aufmerksamkeit für die wirtschaftlichen Grundlagen von Benachteiligung ausgleichender, umverteilender Sozialpolitik. "Wir dürfen unsere Phantasie nicht darauf begrenzen, wie wir die gesellschaftlichen Wohlstandsgewinne gerecht verteilen können, sondern müssen als Kirchen auch stärker in den Blick nehmen, wie wir diesen Wohlstand zunächst einmal erwirtschaften können", so der ZdK-Präsident. "Es ist ein Trugschluss, dass der Staat hier alles allein richten kann." Daher sei es notwendig, das Subsidiaritätsprinzip der christlichen Sozialethik noch stärker zum Maßstab zu nehmen und die Leistungen gerade der kleinen gesellschaftlichen Einheiten, in den Betrieben, Familien und im ehrenamtlichen Engagement, angemessen zu würdigen.

An dem Kongress in Berlin wirkte neben ZdK-Präsident Alois Glück auch die Sprecherin des ZdK für wirtschaftliche und soziale Fragen, Hildegard Müller, als Referentin zum Thema ökologisch-soziale Marktwirtschaft mit.