Freitag, 7. Juli 2017

Mit Selbstbewusstsein gegen die Strategie der Verunsicherung

ZDF-Chefredakteur Peter Frey zum ZdK-Projekt "Demokratie stimmt!"

"Wir müssen dafür sorgen, dass das Virus des Zweifels am Journalismus nicht in die Mitte der Gesellschaft überspringt", fordert ZDF-Chefredakteur Peter Frey in seinem Beitrag für das Projekt "Demokratie stimmt!" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). "Wir müssen mehr verstehen und analysieren, wo die Gründe für die Entfremdung aus der gefühlten Mitte der Gesellschaft liegen."

Zugleich warnt Peter Frey davor, für alles Verständnis haben zu wollen. "Wenn es um Anschläge auf Flüchtlingsheime, um Gewalt- und Morddrohungen gegen Politiker und Journalisten, um Ausländerhass oder Antisemitismus geht, endet das Verständnis. Hier heißt es: Haltung zeigen!"

 

Deshalb fordert er vom Journalismus, mit professionellem, journalistischem Selbstbewusstsein gegen die Strategie der Verunsicherung  vorzugehen und, neben aller Bereitschaft zu Kritik, Transparenz und Dialog, eine Art Schutzhaut zu bilden, um das schwierige Handwerk Tag für Tag zu bewältigen zu können. Ohne Selbstbewusstsein könne es keinen guten Journalismus geben.

 

"Ich bin überzeugt: Wir leisten mit unabhängiger Berichterstattung, mit Kritik, Analyse und gut begründeten Meinungsbeiträgen unseren Beitrag für Zusammenhalt und Verständigung – und ganz am Ende, und darum geht es ja, für das Funktionieren dieser Demokratie", so Frey.

 

"Demokratie stimmt!" ist das Motto einer Initiative zur Verteidigung und Stärkung der Demokratie, die bei der ZdK-Vollversammlung am 5. Mai in Berlin gestartet wurde. Auf der Internetseite www.demokratie-stimmt.de werden bis zur Bundestagswahl wöchentlich zwei Statements prominenter Demokratie-Botschafter veröffentlicht.