Dienstag, 29. Januar 2013

Sinus Milieustudie 2013: "Wahrnehmen, was die Menschen bewegt, und handeln!"

Als eine wichtige Sehhilfe hat der Sprecher des ZdK für "Pastorale Grundfragen", Hans-Georg Hunstig, die Sinus Milieustudie 2013 bezeichnet und die Verantwortlichen in Verbänden, Gruppen, Gemeinden und Diözesen aufgefordert, diese Zeitansage ernst zu nehmen. "Unsere Botschaft vom menschenfreundlichen Gott kann die Menschen nur erreichen, wenn wir uns noch mehr an der Vielfalt der Lebenswelten der Menschen von heute orientieren", so Hunstig vor dem Ständigen Arbeitskreis des ZdK für "Pastorale Grundfragen" am vergangenen Wochenende.

 

Die neue Studie zeige erneut die Vielfallt der Erwartungen der Menschen an die Kirche, unterstrich der ZdK-Sprecher und erinnerte daran, wie die Vielfalt der katholischen Verbände dies bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts erkennen lässt. "Lass mich dich lernen, dein Denken und Sprechen, dein Fragen und Dasein, damit ich daran die Botschaft neu lernen kann, die ich dir zu überliefern habe", zitierte er den verstorbenen Aachener Bischof Klaus Hemmerle. "Und diese Studie lässt uns in aller Deutlichkeit aktuell wissenschaftlich abgesichert 'lernen', wie die Menschen in unserer Kirche denken", so Hunstig weiter.

 

Besorgt zeigte sich Hunstig darüber, dass gerade in den kirchennahen Milieus der Unmut gewachsen ist und verstärkt Kritik an der Institution und der Führung der Kirche geübt wird: "Gerade auch unter den Treuesten hat die Glaubwürdigkeit gelitten." Nachdenklich mache auch, dass bei vielen Befragten der Glaube individualisiert und nicht mehr an die katholische Lehre gebunden sei und dass der personale Gott offensichtlich nicht mehr in allen Milieus von Katholikinnen und Katholiken geglaubt werde.

Hunstig forderte dazu auf, den Weg, Kirche neu und an neuen Orten zu gestalten und zu leben, verstärkt fortzusetzen. "Es muss gehandelt werden. Insoweit hoffe ich auch, dass die Studie dem Dialogprozess in unserer Kirche einen neuen Anstoß gibt. Immerhin steht dieser unter dem Leitwort 'Im Heute glauben', was deutlich macht, dass es um die Menschen heute geht. Und diese Menschen von heute haben wir nicht einfach, sondern vielfach, nicht einfältig, sondern kritisch. Allen will die Kirche ein Ort der Sinnstiftung sein."

 

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