Freitag, 3. Juni 2011

Verbot der ärztlich assistierten Selbsttötung ist ein gutes Signal

ZdK-Sprecher Josef Winkler zu den Ergebnissen des Deutschen Ärztetages

Mit großer Zustimmung hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) die Entscheidung des Deutschen Ärztetages aufgenommen, im Berufsrecht das Verbot der ärztlichen Beihilfe zum Suizid eindeutig festzuschreiben. Dies bekräftigte der ZdK-Sprecher für politische Grundfragen Josef Winkler. Winkler äußerte sich am Rande des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dresden zu den Ergebnissen des am Freitag zu Ende gegangenen Deutschen Ärztetages:

"Ich freue mich, dass der Antrag des Vorstandes der Bundesärztekammer, das Verbot der ärztlichen Unterstützung der Selbsttötung ausdrücklich in der Berufsordnung zu verankern, beim Ärztetag eine breite Mehrheit gefunden hat. Das ist in Kombination mit einem Ausbau der palliativmediznischen Versorgung ein starkes Signal gegen eine fortschreitende Aufweichung des Lebensschutzes und für die Wahrung der Würde des menschlichen Lebens von seinem Beginn bis zum Tod.

In diesem Zusammenhang nehme ich aber auch besorgt wahr, dass der Ärztetag in einer weiteren zentralen bioethischen Frage einen anderen Maßstab angelegt und sich für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik ausgesprochen hat. Hier hat sich das ZdK nach reiflicher Abwägung für ein konsequentes gesetzliches Verbot ausgesprochen. Auch wenn die Ärzte bei der assistierten Reproduktion im Dienst ihrer Patienten, der betroffenen Paare, stehen, wiegen für uns doch die sozialethische Dimension der PID als Selektionstechnik und deren weitreichende gesellschaftliche Folgen schwerer.

Nach den Beratungen des Deutschen Ärztetages zeichnen sich bereits weitere gesellschaftliche und politische Debatten zu ethischen Herausforderungen ab, so zur Priorisierung bei Gesundheitsleistungen und zu einer Neuregelung der Organspende. Ich persönlich bin skeptisch gegenüber einer Widerspruchslösung bei der Organspende. Die Gefahr einer medizinischen und gesellschaftlichen Verzweckung und Verfügbarkeit des menschlichen Körpers ist für mich nicht von der Hand zu weisen. In jedem Fall gibt es dazu in Gesellschaft, Kirchen und Politik einen großen Diskussionsbedarf. Der Deutsche Ärztetag 2011 hat hierzu einen wertvollen Impuls gegeben."