Dienstag, 18. April 2017

ZWISCHENRUF im Wahlkampf 2017:

Gegen Islamfeindlichkeit – für Fairness und Dialog

In der Reihe der Zwischenrufe im Wahljahr 2017 veröffentlicht die Deutsche Kommission Justitia et Pax heute ein Plädoyer von Prof. Dr. Dr. Heiner Bielefeldt. Er wirbt darin für Fairness und Dialog im Umgang mit dem Islam in Deutschland.

 

Einerseits, so Bielefeldt, sei der Islam in Deutschland und anderen europäischen Ländern keine "neue Religion" mehr: "Viele Muslime leben hier in dritter oder vierter Generation. Laut Umfragen fühlen sich die meisten in Deutschland wohl. Vor allem in den urbanen Zentren im Westen der Republik hat man sich an das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser oder auch nicht religiöser Orientierung gewöhnt."

 

Andererseits dürfe man die Probleme, durch die der Islam immer wieder zu einem Politikum werde, nicht verschweigen: "Zum einen steht der Vorwurf im Raum, einige Imame von DITIB, dem größten Moscheeverband, seien in Spitzelaktivitäten gegenüber mutmaßlichen Sympathisanten der Gülen-Bewegung verstrickt. Dies verlangt rückhaltlose Aufklärung. … Das zweite Thema steht auf einem ganz anderen Blatt. Es geht um terroristische Gewalt im Namen der Religion, die längst die Städte Europas erreicht hat." Dies fänden die allermeisten Muslime schlicht entsetzlich. Bielefeldt ermahnt jedoch, die notwendigen Diskussionen um beide Themen mit großer Sorgfalt und Genauigkeit zu führen, um Spaltungen der Bevölkerung und wachsendem Misstrauen gegenüber ganzen Bevölkerungsgruppen vorzubeugen.

 

Hinweise:

 

Der zweite Zwischenruf von Prof. Dr. Dr. Heiner Bielefeldt ist auf der Internetseite katholisch.de http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/von-fairness-und-dialog verfügbar. Die Zwischenrufe sind monatlich auf katholisch.de verfügbar. Außerdem werden diese über den Facebook-Kanal von katholisch.de zur Diskussion gestellt.

 

Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt ist seit 1999 Mitglied der Kommission Justitia et Pax und dort Moderator für den Bereich Menschenrechte. Zwischen 2010 und 2016 fungierte er als UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

 

Anfang März hatten der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg, die Initiative eröffnet. Der zweite Zwischenruf Anfang April war ein Interview mit dem Erzbischof von Luxemburg, Erzbischof Jean-Claude Hollerich zu den Römischen Verträgen, die vor 60 Jahren die Grundlage für die Gründung der Europäischen Union waren.