Donnerstag, 5. November 2015

ZdK-Präsident Alois Glück begrüßt das Gesetz zur Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland.

"Der flächendeckende Ausbau dieser Dienste für schwer kranke und sterbende Menschen ist nun eine große Gemeinschaftsaufgabe von Politik und Bürgerschaft".

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, sieht in dem Beschluss des Bundestages die rechtliche und die finanzielle Grundlage für den möglichst zügigen Ausbau von Hospiz- und Palliativangeboten für alle Menschen.

"Mit dem Beschluss des Bundestages gibt es natürlich noch keine einzige zusätzliche Einrichtung in den jeweiligen Lebensräumen der Menschen", so der ZdK-Präsident. "Jetzt sind wir als Bürgerinnen und Bürger gefordert! Für die Kommunalpolitik muss diese Aufgabe ebenso wichtig werden, wie andere Bereiche der Gesundheitspolitik als Daseinsvorsorge -  Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, Pflegeheime."

Glück betont, dass dieses Gesetz dafür eine gute Grundlage bietet, auch wenn es nicht alle Wünsche erfüllt. Mit den neuen rechtlichen Grundlagen und den sich daraus ergebenden finanziellen Konsequenzen sei es nun möglich, ein entsprechendes Netzwerk von ambulanten Diensten für die Betreuung im häuslichen Bereich und in den Pflegeeinrichtungen zu schaffen. Nur so könne der Wunsch von etwa 70 % der Menschen in dieser Lebenssituation verwirklicht werden, im vertrauten Umfeld der Familie oder der Pflegeeinrichtungen die letzte Wegstrecke des Lebens zu gehen, unterstreicht Glück.

Ebenso wichtig seien aber auch die stationären Einrichtungen wie Palliativstationen und stationäre Hospize.

Glück ruft besonders die Christinnen und Christen und ihre Kirchen dazu auf, sich für den Aufbau einer flächendeckenden Hospiz- und Palliativversorgung einzusetzen. "Dieser Einsatz ist ein Prüfstein für die Glaubwürdigkeit unseres Einsatzes für die Bewahrung der Würde des menschlichen Lebens vom Beginn bis zum Ende. Sterben ist ein Teil des Lebens", so Alois Glück.

Der ZdK-Präsident fordert darüber hinaus, dass der Geist und die Praxis der Palliativmedizin im gesamten Bereich der einschlägigen Wissenschaften, den Organisationen des Gesundheitswesens und der Gesundheitspolitik die grundlegende Orientierung wird. "Die Palliativmedizin muss aus ihrer jetzigen Nische herausgeholt werden. Sie braucht nicht nur eine andere Anerkennung als wichtiger Spezialbereich der Medizin sondern auch als ein grundlegender Teil moderner Medizin".

Alois Glück fordert abschließend auch eine kritische Reflexion über die Schattenseiten der Hochleistungsmedizin mit ihren automatisierten Abläufen. "Dazu gehört auch, dass der Patientenwille entsprechend respektiert wird".