Dienstag, 11. Dezember 2012

ZdK-Präsident Glück: Inklusion braucht Ressourcen

 

Als einen wichtiger Wegweiser in die Zukunft der Gesellschaft insgesamt und in besonderer Weise der Zukunft in der Behindertenhilfe hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, die Leitidee der Inklusion bezeichnet.

 

In einer Rede zur Verleihung des Inklusionspreises des Bezirks Oberbayern am Dienstag, dem 11. Dezember 2012, verwies der ZdK-Präsident darauf, dass diese Leitidee alle Lebensbereiche und damit nicht nur die der Behinderten umfasse. Sie gelte genauso für Zuwanderer, für "Menschen mit Migrationshintergrund", wie für die "Randgruppen" in der Gesellschaft. Erst wenn man sich dieser erheblichen Anforderung und Wucht der Leitidee Inklusion bewusst werde, könne man die Dimension erfassen und eine Ahnung von der Größe der Herausforderung bekommen.

 

Glück forderte dazu auf, auch beim Thema Inklusion das Wohl eines jeden einzelnen Menschen in den Mittelpunkt aller Veränderungsprozesse zu stellen. Im Zentrum der Debatte um die Realisierung dieser Leitidee Inklusion stünden gegenwärtig das Bildungswesen und dabei in besonderer Weise die Schulen. "Das Ziel und die Aufgabe sind unbestreitbar wichtig", so Glück wörtlich. "Ebenso wichtig ist, dass wir uns dabei immer vor Augen halten, dass es bei den Menschen mit Behinderung um ganz unterschiedliche Situationen, Möglichkeiten und Grenzen geht. Erfolgsstatistiken für die Schulen oder Erfolgsstatistiken für die Politik oder für bestimmte Denkrichtungen dürfen nicht der Maßstab sein."

 

Inklusion dürfe in keinem Fall zu einer Verschlechterung der bisher individuellen Förderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Behinderung führen, forderte der Präsident des ZdK.  "Inklusion braucht die dafür notwendigen Ressourcen und darf nicht als Sparmaßnahme verstanden werden. Die Einrichtungen müssen entsprechend personell, räumlich und sächlich ausgestattet werden.

Die Inklusion von Menschen mit Behinderung im Bildungswesen erfasst alle Stationen und alle Phasen eines Lebensweges, von der frühkindlichen Förderung über das Schulsystem, die Berufsausbildung bis hin zur Hochschule als Ort gemeinsamen Lernens."