Freitag, 16. April 2010

ZdK-Präsident Glück: Probleme nicht verdrängen

Vollversammlung des ZdK am 16./17. April 2010 in München

Mehr Mut zur Veränderung und Erneuerung in Gesellschaft, Staat und Kirche hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, eingefordert. "Die Signale für die Entwicklung in unserer Gesellschaft und zwischen den Staaten stehen gegenwärtig nicht auf neuen Aufbruch, Veränderung und Erneuerung, sondern auf Verdrängen", so Glück in seinem ersten Bericht zur Lage vor der ZdK-Vollversammlung am Freitag, dem 16. April 2010, in München.

Zwar hätten die Erfahrungen der Finanz- und Weltwirtschaftskrise, die Dringlichkeit einer neuen Klimapolitik und wachsende Spannungen in der Welt zunächst eine intensive Debatte ausgelöst, diese Kräfte würden zur Zeit aber erlahmen. "Die größte Gefahr für die Zukunft unserer Demokratie sind die distanzierten und satten Wohlstandsbürger", warnte Glück, "Gegenwärtig verdrängen wir weiter. Die gesellschaftlichen und politischen Kräfte halten sich wechselseitig in Schach, und dies führt zu Lähmungen."

Glück mahnte in diesem Zusammenhang, die Folgen der Finanzkrise der Kommunen zu unterschätzen. Eine ähnliche Situation drohe auch Bund und Ländern. Die Folgen für die Bürger bezeichnete er als drastisch. Dies fördere die Gefahr, dass immer mehr Menschen sich als Opfer fühlten und "politischen Rattenfängern und Volkstribunen" nachliefen. Hierzu komme ein Auseinanderdriften auch in den kulturellen Dimensionen, das Ängstlichkeit auslöse und von politisch radikalen Kräften für Kampagnen gegen Minderheiten und Zuwanderer missbraucht werde. Um dem zu begegnen, sei nicht nur politische Führung, sondern eine öffentliche Debatte über Ursachen und Konsequenzen erforderlich. "Reparaturmaßnahmen genügen nicht", so Glück. "Wir müssen eine zukunftsfähige Kultur entwickeln."

(Den gesamten Wortlaut des Berichtes zur Lage finden Sie auf unserer Homepage: www.zdk.de)