Dienstag, 7. Januar 2014

ZdK-Präsident Glück begrüßt die Aussagen von Bundesgesundheitsminister Gröhe zum Verbot organisierter Beihilfe zur Selbsttötung

Alois Glück

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, begrüßt nachdrücklich die Forderung von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, jegliche organisierte Form der Beihilfe zur Selbsttötung zu verbieten.

 

"Ich wünsche mir, dass wir jede geschäftsmäßige Hilfe zur Selbsttötung unter Strafe stellen", hatte Gröhe der Rheinischen Post am Montag gesagt. Wer mit den Ängsten der Menschen vor dem Sterben ein Geschäft machen wolle und sich für Hilfe zur Selbsttötung bezahlen lasse, handele "überaus verwerflich", so Gröhe.

 

"Ich bin dankbar, dass der Bundesgesundheitsminister dies in aller Klarheit anspricht", so Alois Glück.

Das ZdK erwarte deshalb vom neuen Deutschen Bundestag, dass er jede Form der beruflichen und der organisierten Suizidbeihilfe sowie die Werbung für Angebote jeglicher Art der Beihilfe zur Selbsttötung gesetzlich verbietet. "Dem Wunsch nach einer Hilfe zum Sterben muss mit einer Perspektive der Fürsorge und des menschlichen Miteinanders begegnet werden, die durch konkrete gesundheits- und pflegepolitische Maßnahmen zu unterstützen ist", fordert Glück.

 

"Die wirksamste und für uns einzig mögliche Antwort auf die Ängste der Menschen ist der entschiedene Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizbegleitung. Jeder Mensch muss darauf vertrauen können, dass er in seiner letzten Lebensphase die heute mögliche Unterstützung durch eine qualifizierte Palliativmedizin und Hospizbegleitung erhält. Zur Wahrung der Menschenwürde am Lebensende bedarf es eines konsequenten Ausbaus einer flächendeckenden und differenzierten palliativen und hospizlichen Versorgungsstruktur. Es ist dringend notwendig, dass dies zu einem Schwerpunkt der Gesundheitspolitik wird", fordert der ZdK-Präsident.

 

Für die Pflege schwerstkranker, sterbender Angehöriger in der Familie ist nach seiner Auffassung darüber hinaus eine kurzfristige berufliche Freistellung als Unterstützung von hoher Bedeutung.

 

Ausdrücklich ruft der ZdK-Präsident die christlichen Kirchen, Verbände und Initiativen dazu auf, sich verstärkt am Ausbau der Hospizbegleitung und Palliativmedizin zu engagieren. "Dieses Engagement wird in Zukunft zu einem Prüfstein für die Glaubwürdigkeit unseres Einsatzes für die Unverfügbarkeit menschlichen Lebens von seinem Anfang bis zum Ende", so Glück.