Donnerstag, 16. Mai 2013

ZdK-Präsident Glück fordert weltweite Ächtung des reproduktiven Klonens

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken Alois Glück hat die Klon-Experimente mit menschlichen Embryonen in den USA scharf kritisiert und fordert die weltweite Ächtung des reproduktiven Klonens. Die Stellungnahme des ZdK-Präsidenten im Wortlaut:

 

„Die jüngst veröffentlichten Forschungsergebnisse US-amerikanischer Wissenschaftler, denen es gelungen ist, menschliche Stammzellen zu klonen, verweisen auf die prinzipielle Möglichkeit, dass auch Menschen geklont werden können. Dadurch wird uns einmal mehr vor Augen geführt, dass die biomedizinische Forschung einen allgemein anerkannten ethischen Rahmen braucht. Wir brauchen eine weltweite Ächtung des reproduktiven Klonens. Für Christen ist jedes menschliche Leben ist seiner Einzigartigkeit wertvoll. Jedem Menschen kommt individuelle Würde zu. Das menschliche Leben ist für uns von Beginn an unverfügbar. Diese Überzeugungen sind kein christliches Sondergut, sondern geben, unter anderem in Gestalt der universalen Menschenrechte, allen Menschen Orientierung für ein Leben in Ehrfurcht und Respekt füreinander. Die Würde des Menschen vom ersten Augenblick seiner Existenz an ist Maßstab und Grenze für alles menschliche Handeln – auch für Wissenschaft und Forschung.

 

Überdies werden mit den veröffentlichten Ergebnissen nach Auffassung renommierter Stammzellforscher medizinische Heilserwartungen geweckt, die in der Realität gar nicht einzulösen sind. Demgegenüber ist es durchaus möglich, ethisch unbedenkliche und zugleich medizinisch effektive Verfahren zur Heilung schwerer Krankheiten zu entwickeln, statt auf embryonale Stammzellen und therapeutisches Klonen zu setzen. Ich verweise hier auf den letztjährigen Nobelpreis für Medizin, mit dem Shinya Yamanaka und John Gurdon für die Forschung an adulten Stammzellen und deren Grundlegung ausgezeichnet wurden. Es ist gut, dass sich die Bundesrepublik Deutschland neben dem gesetzlichen Verbot des reproduktiven und therapeutischen Klonens im Embryonenschutzgesetz in ihrer Forschungsförderung schon früh aus ethischen Erwägungen heraus auf das Gebiet der adulten Stammzellen konzentriert und im Gegensatz zu anderen Ländern hier auch sehr viele Mittel investiert hat. Als Katholikinnen und Katholiken wünschen wir uns eine entsprechende Wertorientierung in der Forschungspolitik auch in anderen Ländern und nicht zuletzt auf europäischer Ebene.“