Freitag, 19. November 2010

ZdK-Präsident Glück ruft dazu auf, den Dialog in der Kirche mitzugestalten

Vollversammlung des ZdK am 19./20. November 2010

Der vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) und von der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) angestoßene Dialogprozess ist nach Auffassung des ZdK-Präsidenten Alois Glück eine große Chance, verlorenes Vertrauen und Glaubwürdigkeit der Kirche zurückzugewinnen.

In seinem Bericht über die Gemeinsame Arbeitstagung „Der Weg der Kirche in die Zukunft“, die die Gemeinsame Konferenz von ZdK und DBK zu Beginn des Monats in Bensberg durchgeführt hatte, lobte Glück die offene Atmosphäre dieser Tagung. Das gegenseitige Vertrauen und das Wissen voneinander seien gewachsen. Man habe alle Themen offen angesprochen. Dies sei ein wichtiger Grundstein für den weiteren Prozess. Der entschiedene Wille zu einem bundesweiten Gesprächsprozess sei in Bensberg bekräftigt und durch die Planung neuer konkreter Projekte unterstrichen worden, berichtete der ZdK-Präsident.

Er rief alle katholischen Verbände und Organisationen, alle Räte und geistlichen Gemeinschaften auf, sich an dem Dialogprozess in der Kirche zu beteiligen und dazu auch eigene Veranstaltungen durchzuführen. Er könne dann gelingen, wenn er auf vielen Ebenen, durch Initiativen der Bischofskonferenz, durch Gespräch und Veranstaltungen des ZdK, beispielsweise im Vorbereitungsprozess auf den Mannheimer Katholikentag 2012, sowie auf der Ebene der Diözesen, Pfarreien, Verbände und Organisationen Unterstützung fände.

Allerdings gelte es, den Dialog zielführend zu gestalten und die Ergebnisse am Ende auch zusammen zu führen.

„Unser Ziel muss sein, in unserer Kirche wieder eine Gesprächskultur, eine Diskussions- und auch Streitkultur zur Entfaltung zu bringen, die eine geistige Auseinandersetzung, das gemeinsame Ringen möglich macht, ohne Ausgrenzungen und Abwertungen. Nur so kann eine innere Lebendigkeit, eine fruchtbare geistliche Entwicklung möglich sein“, unterstrich der ZdK-Präsident.

Es sei wichtig, den Auftrag der Kirche, das Evangelium den Menschen zu erschließen, neu zu bedenken. Alles in der Kirche habe sich dem zuzuordnen und unterzuordnen, die Ämter, die Strukturen, die Aufgabenverteilung und alles was dazugehöre. „Wir müssen vom Menschen her denken", sagte der ZdK-Präsident.