Freitag, 26. April 2013

ZdK-Präsident Glück sieht Chancen für Reformen in der Kirche

Vollversammlung am 26./27. April


Nach der Wahl von Papst Franziskus sieht der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, Chancen für strukturelle Reformen in der katholischen Kirche, sowohl im Hinblick auf die Aufgabenverteilung zwischen der Zentrale und den Ortskirchen als auch für das Amtsverständnis und die Rolle des Papstes.

Sowohl der Rücktritt Benedikts als auch die Wahl von Franziskus hätten eine außerordentlich hohe Zustimmung gefunden, so der ZdK-Präsident in seinem Bericht zur Lage vor der ZdK-Vollversammlung am Freitag, dem 26. April. Maßgeblich dafür seien die hohe Glaubwürdigkeit der beiden Persönlichkeiten, aber auch die Vertrauenskrise gegenüber der Kurie und der damit verbundene Wunsch nach tiefgreifenden Veränderungen gewesen. Das seien wichtige Voraussetzungen für die Akzeptanz von Reformen.

Papst Franziskus habe dafür von Anfang an wichtige Signale gesetzt, beispielsweise durch die Betonung seiner Rolle als Bischof von Rom. „Dies hat eine große Bedeutung für die innerkatholische Situation, ebenso für die Ökumene“, so Glück wörtlich. Mit seiner glaubwürdigen Zuwendung zu den Menschen treffe Franziskus die Sehnsucht nach einer den Menschen dienenden Kirche. Seine zentrale Botschaft laute: Die Kirche ist für die Menschen da, sie ist nicht Selbstzweck. Wir können, ja wir müssen ohne Angst an die „Ränder" gehen!

Alois Glück rief dazu auf, dies auch als Auftrag für das ZdK und die gesamte Laienarbeit in Deutschland zu verstehen: „Wir müssen der Versuchung widerstehen, dies mit Zustimmung, ja mit Begeisterung für die Kirche als Ganzes zu begrüßen und dabei zu vergessen, dass wir uns genau dieselben Fragen mit derselben Eindringlichkeit für unsere eigenen Gemeinschaften stellen müssen. Sind nicht auch wir zu sehr mit unserem eigenen Tun, mit unseren eigenen Strukturen und Mechanismen, mit unserer eigenen Selbstbestätigung beschäftigt?“

Ausdrücklich würdigte Glück noch einmal die Rolle und Person Papst Benedikts XVI. Sein Rücktritt sei ein Zeichen menschlicher Größe, ein Akt der Demut und ein Ausdruck seines Glaubens. Darin sei höchstes Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Kirche zum Ausdruck gekommen. „Benedikt war Zeit seines Lebens ein Diener des Glaubens, ein Diener Gottes, ein Diener der Kirche. Wir danken Papst Benedikt für seinen lebenslangen Dienst in der und für die Verkündigung der Botschaft Jesu, für seinen Dienst an unserer Kirche!“