Freitag, 9. September 2016

ZdK-Präsident Sternberg fordert Bundestagsentscheidung über die Zulassung genetischer Tests in der Schwangerschaft

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, fordert den Deutschen Bundestag auf, eine Grundsatzentscheidung über die Zulässigkeit genetischer Tests in der Schwangerschaft zu treffen. Er unterstützt damit einen Vorschlag des Gemeinsamen Bundesausschusses von Ärzten und Krankenkassen.

Seit einigen Jahren gibt es für Schwangere das Angebot eines Bluttests, mit dem in einem schonenden Verfahren frühzeitig festgestellt werden kann, ob das Kind vom Downsyndrom betroffen ist. Nach einer solchen Diagnose werden viele dieser Kinder abgetrieben. "Gegen die Normalisierung einer Pränataldiagnostik, die nur den Zweck hat, eine Auslese von genetisch auffälligen Embryonen vorzubereiten, müssen wir entschieden Einspruch einlegen", bekräftigt Sternberg.

Anlässlich der Einleitung eines Prüfverfahrens, ob der Bluttest künftig auch eine Regelleistung der gesetzlichen Krankenkassen sein kann, hat der dafür zuständige Gemeinsame Bundesausschuss den Deutschen Bundestag aufgefordert, hier regulierend einzuwirken.

Der Gesetzgeber, so pflichtet ZdK-Präsident Sternberg dem Gemeinsamen Bundesausschuss bei, müsse sich grundsätzlich damit auseinandersetzen, ob solche genetischen Tests zur Werteordnung der Gesellschaft passen. "Das ist eine Entscheidung von großer Tragweite für den Weg unserer Gesellschaft. Der Ort, um über solche schwerwiegenden ethischen Fragen zu entscheiden, muss der Deutsche Bundestag sein. Und wir müssen dazu unseren spezifisch christlichen Beitrag leisten. Dabei ist uns als Anwalt der Schwachen die Bundestagsentscheidung für das Verbot der geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe vor einem Jahr eine große Ermutigung, dass unsere Stimme gehört und gebraucht wird", so Sternberg.