Freitag, 23. November 2012

ZdK-Präsident fordert von Europa eine zukunftsfähige Lebenskultur

Vollversammlung am 23./24. November 2012

Mit Blick auf die Krise in Europa hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, die Europäer dazu aufgerufen, einen geordneten Übergang zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebenskultur zu gestalten. „Die eigentliche und tiefere Ursache dieser Krisen ist uns nämlich gemeinsam – was wir auch gemeinsam verdrängen – : dass wir nämlich alle miteinander seit vielen Jahren nicht mehr erwirtschaften, was unsere Art zu leben kostet. Das ist der Kern der europäischen und der internationalen Schuldenkrise“, so Glück.

Lange Zeit habe man diese Wirklichkeit durch Verschuldung auf Kosten der Nachkommen und mit einem naiven Glauben an die immer wieder heilende Wirkung von technischem Fortschritt und Wachstum verdrängt. Weltweit eskaliere die Krise dieses Wirtschafts- und Gesellschaftsmodells. „Die Schicksalsfrage ist, ob diese Wirklichkeit endlich angenommen wird und ein geordneter Übergang zu einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Lebenskultur gestaltet werden kann“, unterstrich der Präsident des Zentralkomitees in seinem Bericht zur Lage vor der Vollversammlung des ZdK am Freitag, dem 23. November 2012.

Die Krise in Europa hat sich nach Überzeugung des ZdK-Präsidenten im letzten Jahr eher verschärft. Die Völker Europas drohten sich immer mehr zu entfremden. Alte Klischees über die südeuropäischen Mitgliedsstaaten oder auch "die Deutschen" hätten erneut Konjunktur. Das sei alarmierend.

Deutschland habe in dieser Krise viel Solidarität bewiesen. Glück forderte, dass die Prinzipien der christlichen Soziallehre  auch hier gelten müssten: “Sie sehen, in dieser Reihenfolge, vor dem Anspruch auf Unterstützung zunächst die Wahrnehmung der Eigenverantwortung vor, aber ebenso die Verpflichtung der stärkeren Schultern zur Solidarität, wenn die Kräfte der schwächeren Schultern überfordert sind. Wir haben jedoch keinen Anlass, uns über die Situation der anderen Staaten und Völker zu erheben.“