Freitag, 8. Juni 2001

ZdK begrüßt familienpolitische Offensiven

Vor dem Hauptausschuss des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat die Familienpolitische Sprecherin Christa Licharz-Lichenthäler ausdrücklich begrüßt, dass die Politik die Familienpolitik als ein wichtiges Feld wiederentdeckt habe.

Sie forderte dazu auf, die durch die Urteile des Bundesverfassungs-
gerichtes notwendig gewordenen familienbezogenen Überarbeitungen der Steuer- und Sozialversicherungspolitik in ein ganzheitliches familienpolitisches Konzept einzubetten.

Hierbei sei dem Zentralkomitee besonders wichtig, die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Frage nach dem Abbau struktureller Rücksichtslosigkeiten zu verstehen. Christa Licharz-
Lichtenthäler verwies darauf, dass der Begriff "Vereinbarkeit" für das, was er meine, eigentlich zu kurz greife. Besser gefalle ihr der Begriff des "Work-life-Balancing". Nicht die Familie, insbesondere die Frau habe die Aufgabe, den Familienalltag auf die Erfordernisse des Arbeitsmarktes anzupassen, sondern es gehe darum, Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen ihre Lebenspläne – bestehend aus Erwerbsarbeitsplänen und Familienplänen – in Balance bringen könnten.

Weiterhin trete das ZdK für eine lebensabschnittsorientierte Einkommenssicherung für Familien ein, wobei das Erziehungsgeld als Transfer für die schwierige Familiengründungsphase und die Rente für die Zeit des Ruhestandes besonders wichtige Elemente seien, die die Elemente Steuerbefreiung und Kindergeld ergänzen müssten.

Alle familienpolitischen Initiativen müssten den Abbau struktureller Rücksichtslosigkeiten im Blick haben. Dabei gehe es nicht zuerst um nachsorgende sondern um vorsorgende Stärkung der Familien, zum Beispiel durch Familienbildung und -beratung, und um eine Berücksichtigung der Bedürfnisse der Kinder.