Freitag, 14. Oktober 2011

ZdK sieht Nachbesserungsbedarf im Versorgungsstrukturgesetz

Patientenautonomie im Spannungsfeld zwischen Gesundheits- und Forschungspolitik

Patienten dürfen im Krankenhaus nicht unfreiwillig zu Versuchskaninchen werden. Darauf weist die Sprecherin für gesellschaftliche Grundfragen im ZdK, Eva Maria Welskop-Deffaa, anlässlich der bevorstehenden parlamentarischen Beratung eines Gesetzes zur Verbesserung der Versorgungsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung hin. Das Gesetz sei grundsätzlich zu begrüßen. Zu bemängeln sei jedoch, dass der Gesetzentwurf in der vorliegenden Fassung bei stationären Behandlungen keine eindeutige Unterscheidung zwischen Gesundheitsforschung und Anwendung erprobter medizinisch-therapeutischer Verfahren ermögliche, so die ZdK-Sprecherin vor dem Hauptausschuss des Zentralkomitees am Freitag, dem 14. Oktober 2011. Daher müsse die Einführung neuer Verfahren strukturiert zweistufig erfolgen. Eva Maria Welskop-Deffaa betont: „Die klinische Erprobung neuer Verfahren muss klar vom Routinebetrieb, für den nur ausreichend erprobte Verfahren in Frage kommen, unterschieden werden. Patientinnen und Patienten sollen innovative Maßnahmen im Krankenhaus selbstverständlich erhalten, jedoch nur unter den schützenden Rahmenbedingungen einer klinischen Studie, mit der dann auch systematisch Erkenntnisse über Chancen und Risiken gewonnen werden. Alles andere verletzt die Patientenschutzrechte und ist mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbar“.