Freitag, 4. Mai 2001

ZdK spricht sich gegen Präimplantationsdiagnostik und therapeutisches Klonen aus

Politische Initiative gegen Spätabtreibung gefordert
Am Freitag, dem 4. Mai 2001 hat die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) eine Erklärung zu Fragen der biomedizinischen Entwicklung und ihrer ethischen Bewertung verabschiedet.

Hierin fordert es unter anderem die Erarbeitung eines umfassenden Fortpflanzungsmedizingesetzes. Dieses solle den neuen biomedizinischen Entwicklungen Rechnung tragen. Es dürfe aber nicht unter das Schutzniveau des geltenden Embryonenschutzgesetzes von 1990 zurückgehen. Dies gelte insbesondere für den im geltenden Embryonenschutzgesetz festgehaltenen Ausschluss von Forschung an Embryonen und von anderen Verwendungen, die nicht dem Wohl des Embryos selbst dienen.

Weiter lehnt das ZdK in seiner Erklärung die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland ab. Zwar sei selbstverständlich, dass Eltern sich ein gesundes Kind wünschten, dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass Embryonen, bei denen eine genetisch bedingte Erkrankung prognostiziert wird, vernichtet würden. Eine große Gefahr sieht das ZdK darin, dass mit der Zulassung der Präimplantationsdiagnostik faktisch Tendenzen zur Selektion menschlichen Lebens Vorschub geleistet werde.

Um die sogenannten Spätabtreibungen zu vermeiden fordert die Vollversammlung des ZdK eine neue politische Initiative. Es geht ihm dabei insbesondere um eine verbesserte Beratung mit dem Ziel des Lebensschutzes vor pränataler Diagnostik sowie nach Diagnose einer nichtbehebbaren Krankheit oder Entwicklungsstörung des nichtgeborenen Kindes. Ferner hält das ZdK eine rechtliche Klärung des Anwendungsbereiches der medizinischen Indikation für dringend geboten. Es dürfe nicht mehr erlaubt sein, einen Schwangerschaftsabbruch bei zu erwartender Krankheit oder Behinderung des Kindes stillschweigend unter die medizinische Indikation zu subsumieren und damit zu legalisieren. Ferner müsse das Arzthaftungsrecht so ausgestaltet werden, dass Ärzte nicht davon abgehalten werden, Eltern zu ermutigen, sich auch in Zweifelsfällen für ein Kind zu entscheiden.

In einem weiteren Punkt fordert das ZdK, dass kein Mensch im Bereich der Gentechnik zu einer Diagnose gezwungen werden dürfe. Ergebnisse gentechnischer Diagnostik könnten so einschneidende Konsequenzen für den Betroffenen haben, dass eine solche Diagnose nur nach Einwilligung erfolgen dürfe.

Für unerlässlich hält das ZdK schließlich das Verbot der Klonierung von menschlichen Embryonen. Klonierung verstoße fundamental gegen die individuelle und allgemeine Würde des Menschen. Genetisch identische Embryonen dürften weder mit dem Ziel hergestellt werden ein geklontes Kind zur Welt zu bringen, noch dürften sie erzeugt werden, um embryonale Stammzellen zu gewinnen. Weder ein sozialer noch ein medizinischer Nutzen könnten ein Verfahren rechtfertigen, dass die unantastbare Würde menschlicher Lebewesen verletze.