Freitag, 16. Juni 2017

ZdK trauert um Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl


Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) trauert, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in Deutschland, mit zahlreichen Menschen in Europa und der ganzen Welt um Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl.

"Für den großen  Politiker und Staatsmann Helmut Kohl war sein christlicher Glaube stets Fundament und Orientierung. Geprägt von den bitteren Erfahrungen der Vergangenheit widmete er sich mit Weitblick und mit all seiner Kraft der Zusammenarbeit unter den Völkern Europas. Der europäische Einigungsprozess wurde so zu seiner Lebensaufgabe. Auf diesem Fundament hat er mit großem Gespür für die geschichtliche Entwicklung und mit großem Mut zu politischer Verantwortung die Wiedervereinigung Deutschlands maßgeblich gestaltet.

Helmut Kohl lebte in enger Verbindung mit seiner katholischen Kirche. Wir sind dankbar für viele Begegnungen und Gespräche, die uns mit ihm als Parteivorsitzenden und Bundeskanzler zusammengeführt haben, nicht zuletzt bei zahlreichen Katholikentagen", betont ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg.

"Besonders erinnern wir uns an seine große Rede auf dem 90. Deutschen Katholikentag im Mai 1990 in Berlin. 'Wir wollen uns als Christen in unserem Verständnis von Pluralismus auch dem Wettbewerb der Ideen stellen', so Bundeskanzler Helmut Kohl. 'Aber wir wissen, dass die europäische Idee nur verwirklicht werden kann – und das hat nichts mit Abgrenzung und Arroganz zu tun – , wenn die Christen dabei mitwirken und ihren Anteil an Verantwortung übernehmen. Wegweisend ist dabei das für uns gültige Wertesystem, das auf unserem christlich geprägten Bild vom Menschen gründet.' Die Haltung und der Auftrag, die aus dieser Rede sprechen, sind für uns ein bleibendes Vermächtnis", so Thomas Sternberg.

"Wir werden uns an Dr. Helmut Kohl als einen gläubigen Katholiken und großen Staatsmann erinnern, der in entscheidenden Augenblicken der Geschichte unseres Landes und in fester Zuversicht in eine vereinte und friedliche Zukunft Europas  unschätzbar viel für unser Gemeinwesen geleistet hat", so der Präsident des ZdK. "Wir werden seiner im Gebet gedenken."