Montag, 11. Juni 2001

ZdK veröffentlicht Erklärung zur Diskussion um Zuwanderung und Integration

Unter dem Titel "Die Herausforderungen der Einwanderungsgesellschaft annehmen" hat das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) am Montag, dem 11. Juni 2001 eine Erklärung zur gegenwärtigen Diskussion zu Zuwanderung und Integration veröffentlicht

Im Mittelpunkt der Erklärung stehen Forderungen zur Verbesserung der strukturellen Voraussetzungen für Integration und zum vorbehaltlosen Erhalt des grundgesetzlich verbrieften Rechts auf Asyl.

So setzt sich das ZdK in seiner Erklärung unter anderem für einen Rechtsanspruch auf Sprachkurse für alle Zuwanderer mit langfristiger Aufenthaltsperspektive, den Abbau von Regelungen, die den Zugang zum Arbeitsmarkt versperren, für eine Verkürzung der Frist zur Regeleinbürgerung auf fünf Jahre und - entsprechend dem Richtlinienentwurf der EU-Kommission - für eine Heraufsetzung des Zuzugsalters für Kinder auf das 18. Lebensjahr ein.

Von einem tragfähigen Zuwanderungskonzept erwartet das ZdK weiter, dass es die Wahrnehmung humanitärer Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland auf Dauer sichert. Es begrüßt daher den sich abzeichnenden breiten politischen Konsens, das individuelle Grundrecht auf Asyl unangetastet zu lassen. In diesem Zusammenhang verweist es darauf, dass zu den Ursachen von Flucht und Verfolgung die systematische Gewalt gegen Frauen gehört. Hier hält es die explizite Aufnahme von geschlechtsspezifischen Fluchtgründen in das Ausländergesetz für erforderlich.

Zuwanderung zu gestalten und die Voraussetzung für Integration zu verbessern sei, so das ZdK, eine zentrale Herausforderung für Gesellschaft und Politik. Die Einwanderungsgesellschaft, die in der Bundesrepublik entstanden sei, bedürfe aber noch der Akzeptanz. Deshalb müsse die Politik mit Klugheit und Augenmaß nach Lösungsmöglichkeiten für unvermeidbare Interessenskonflikte suchen. Es müsse alles vermieden werden, was durch verkürzende Darstellungen oder suggestive Wertungen von Fakten Stimmungen begünstige, die der Integration von Menschen ausländischer Herkunft schade.