Dienstag, 8. Mai 2018

Grußwort anlässlich der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Oberbürgermeister Markus Lewe)

Sehr geehrte Mitglieder des Zentralkomitees,

sehr geehrtes Präsidium,

lieber Präsident Thomas Sternberg,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ganz herzlich heiße ich Sie in Münster willkommen. Ich freue mich außerordentlich, dass Sie sich für Münster als Tagungsort für Ihre Vollversammlung und natürlich als Ort des Katholikentages entschieden haben.

Das ist eine sehr große Ehre für unsere Stadt, die wie kaum eine andere  zutiefst verwurzelt ist in christlicher Tradition und geprägt wird von christlichen Werten!

„Suche Frieden“, so lautet das Leitwort für den 101. Deutschen Katholikentag. 370 Jahre nachdem in Münster der Westfälische Frieden geschlossen worden ist, gibt es keinen geeigneteren Ort für diesen Katholikentag als Münster.

Denn als Stadt des Westfälischen Friedens fühlt sich Münster dem Frieden in besonderer Weise verbunden und verpflichtet.

Durch den Friedensschluss von 1648, durch den Friedenssaal unseres Rathauses, durch den Platz des Westfälischen Friedens mit der Skulptur „Toleranz durch Dialog“ von Eduardo Chillida, durch die Verleihung des Westfälischen Friedenspreises ist das Thema Frieden in unserer Stadt allgegenwärtig und immer präsent.

Im Friedenssaal unseres Rathauses findet sich der Satz „Pax Optima rerum“, „der Frieden ist das höchste Gut“. Dieser Leitspruch war die Lehre aus 30 Jahren Krieg und Zerstörung und er gilt heute genauso wie im Jahr 1648.

Toleranz und gegenseitiger Respekt sind in unserer Stadt allgegenwärtig und werden gelebt. Menschen aus über 160 Nationen mit unterschiedlichsten Religionen und Lebensweisen leben hier friedlich zusammen und bereichern unsere Stadt. Sie tragen dazu bei, dass Münster ist eine Stadt mit Herz und kultureller Vielfalt ist, die für Zusammenhalt und Zuversicht steht. Wir sind stolz auf diese Vielfalt. Sie ist ein großer Reichtum und verleiht unserer Stadt ein ganz besonderes und lebenswertes Profil.

Und sie bietet ein breites Forum für einen Katholikentag, der das Miteinander der Religionen und den Frieden fördert und fordert. Denn auch wenn wohl ein jeder von uns „Suche Frieden“ ebenso mit „Ich suche Frieden“ verbindet, so ist Frieden eben doch leider keine Selbstverständlichkeit.

Gerade wenn wir uns vor Augen führen, was uns in Deutschland, in Europa und in der Welt derzeit an Konflikten, Spannungen und Spaltungen zusetzt, ist es wohl nicht übertrieben zu sagen: die Welt steht Kopf. Die weltweite Zahl der Krisenherde hat deutlich zugenommen und tagtäglich sehen wir schreckliche Bilder von Krieg und Tod, von Elend und Not, von Verzweiflung und Flucht. In der Folge gibt es aktuell so viele Flüchtlinge wie seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr.

Obwohl die Sehnsucht nach Frieden so alt ist wie die Menschheit selbst, scheint es für uns Menschen unsagbar schwer zu sein, Frieden zu schaffen, Frieden zu halten und zu sichern, in Frieden miteinander zu leben.

Angesichts der dramatischen Lage, in der wir uns befinden, wird deutlich,  dass elementare Werte wie Frieden, gegenseitiger Respekt, Toleranz und Gerechtigkeit bedeutender denn je sind für unsere Welt und dass es unbedingt notwendig ist, mehr, viel mehr für den Zusammenhalt der Gesellschaft zu tun.

Das ist eine Aufgabe, die hervorragend zur Tradition Münsters als Friedensstadt passt. Eine Aufgabe, der sich unsere Stadtgesellschaft stets mit Selbstbewusstsein und Bravour gestellt hat, so dass sie heute eine Stadtfamilie ist.

Dieses besondere Zusammengehörigkeitsgefühl ist in unserer Stadt stets spürbar und es wird immer dann auch besonders deutlich sichtbar, wenn große Herausforderungen und Krisen gemeistert werden müssen, zum Beispiel beim Jahrhundertregen im Jahr 2014 oder zuletzt vor einem Monat bei der schrecklichen Amokfahrt im Herzen unserer Stadt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit seiner Friedensbotschaft gibt der Katholikentag kulturelle, soziale und religiöse Anstöße für das friedliche Zusammenleben von Menschen.

„Suche Frieden“ ist auch ein Aufruf an uns alle, sich aktiv und fortdauernd mit Verständnis, Toleranz und Versöhnung für Frieden und für Solidarität unter den Menschen einzusetzen.

Nach 1852, 1885 und 1930 findet der Katholikentag in diesem Jahr zum vierten Mal in Münster statt. Das ist ein Zeichen großer Wertschätzung für unsere Stadt. Dafür danke ich dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ganz herzlich.

Als Bindeglied zwischen Kirche und Gesellschaft ist das Zentralkomitee der deutschen Katholiken heute unverzichtbarer denn je. Christliche Werte prägen unser soziales Miteinander und dienen dem Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Als ein Motor des Dialogs zwischen Kirche und Gesellschaft trägt das ZdK zu nicht weniger als dem Funktionieren des gesellschaftlichen Lebens bei.  

In diesem Sinne wünsche ich  Ihnen eine erfolgreiche und gewinnbringende Vollversammlung hier in Münster.

Uns allen wünsche ich einen großartigen, lebendigen, anregenden und ermutigenden Katholikentag, der uns als Forum für Diskussionen, Gespräche und Begegnungen mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm inspiriert und der uns als Fest des Glaubens und des Friedens Orientierung, Halt und Hoffnung gibt.

Gemeinsames Beten und gemeinsamer Glaube machen stark.

Ich bin mir sicher, dass die Gemeinschaft und die Gemeinsamkeit, die wir in den kommenden Tagen in Münster erleben werden, uns auf dem Weg zum Frieden beflügeln.

 

Sehr geehrte Mitglieder des Zentralkomitees,

sehr geehrtes Präsidium,

lieber Präsident Thomas Sternberg,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

gemeinsam mit den Münsteranerinnen und Münsteraner freue ich mich auf den morgen beginnenden 101. Deutschen Katholikentag und darauf, gute Gastgeber für zehntausende Gäste von Nah und Fern zu sein.  

Herzlich willkommen in Münster!

Markus Lewe Oberbürgermeister der Stadt Münster