Dienstag, 19. Juni 2018

Menschenrechte und die katholische Soziallehre

Erklärung des Europäischen Laienforums

Anlässlich des 70. Jahrestages der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte trag sich das Europäische Laienforum, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern aus 18 Ländern in Lissabon / Portugal zum Thema Menschenrechte, christliche Werte und katholische Soziallehre.

Durch inspirierende Vorträge über Tafeln, Flüchtlinge, Medien und Frieden wurde uns verdeutlicht, wie der Lebensstil und die Umgangsformen, die den Evangelien und der christlichen Soziallehre folgen, auch zur Verwirklichung der Menschenrechte beitragen. Dies können und sollten Christen engagiert in die Öffentlichkeit tragen.

Wir als Einzelpersonen und Organisationen sehen hier auch unsere Verantwortung, für die Menschenrechte in allen Bereichen und für alle Menschen einzustehen.

Wir setzen uns ein für Religionsfreiheit in unseren eigenen Ländern und weltweit. Alle

Religionen haben das Potenzial Frieden zu stiften und sollten nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sein. Religion sollte nicht auf den privaten Bereich beschränkt sein. Christen müssen ihre Ansichten und Überzeugungen in die öffentliche Diskussion einbringen. Dialog ist wichtig, um einander in der Kultur des gegenseitigen Respekts bei der Suche nach der Wahrheit zu helfen.

Wir als Einzelpersonen und christliche Organisationen müssen auf die Krise der Gastfreundschaft und des Mangels an Solidarität für alle Bedürftigen und Ausgeschlossenen aus der Gesellschaft reagieren. Dazu gehören Flüchtlinge und alle Menschen, die am Rande der Gesellschaft leben.

Wir müssen das Bewusstsein in unserer Gesellschaft schärfen sowie die subtile und auch die offene Verfolgung von Christen in vielen Ländern der Welt kritisieren und unsere Regierungen auffordern, zu handeln und die Würde aller Menschen zu garantieren.

Die Freiheit der Meinungsäußerung bedeutet auch, dass wir Raum schaffen müssen, damit jeder sagen kann, was er zu sagen hat. Das gilt auch für den Zugang zu Medien und erfordert gegenseitigen Respekt im Dialog.

Die Sorge um Menschenrechte verlangt nicht nur den Dialog mit anderen Konfessionen und Religionen, sondern wir müssen auch von der Welt lernen, weil Gott bereits in der Welt ist.

In diesem Dialog müssen wir uns darüber im Klaren sein, wofür wir stehen, und wir müssen riskieren, anders zu sein.

Laien arbeiten "als Mensch der Kirche im Herzen der Welt und als Mensch der Welt im Herzen der Kirche". (Puebla Nr. 786)

Erklärung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studienversammlung des Europäischen Forums der nationalen Laienkomitees vom 15.-17. Juni 2018 in Lissabon / Portugal

 

Europäisches Laienforum