Salzkörner

Dienstag, 28. Februar 2017

"Religion matters"

Editorial

Zu Recht hat Navid Kermani von dem Irrtum gesprochen, die Bedeutung von Religion nehme weltweit ab. Der Eindruck, dass die Religionen "verschwunden" seien, habe nur für einen schmalen Streifen zwischen Skandinavien und Nordspanien gegolten … Es sei gut, dass dieser Irrtum nun aufgedeckt werde.

Weltweit sind es rund 80 Prozent der Menschheit, die sich einer religiösen Gemeinschaft oder spirituellen Tradition zugehörig fühlen. Die Christen sind hierbei die größte Gruppe. Wenn man heute im internationalen Gespräch von "Religion matters" spricht, dann meint man damit, dass Werte und Religion eine bleibende, unverzichtbare (und wachsende) Bedeutung für das Leben der Menschen haben. Entwicklungspolitische Organisationen weisen darauf hin, dass religiöse Einsichten und Werte den Menschen Orientierung geben und Millionen Menschen dazu inspirieren, sich sozial zu engagieren. Dass sie eine Quelle von Stärke und Resilienz sind.

Wie wahr – und wie anders als das "Niederschreiben" von Glaubensthemen oder religiösen Überzeugungen, das hier und da mitzuerleben ist. Und wie anders als die üblichen Attacken aus humanistischen Kreisen, so richtig glücklich und frei von allem Ballast sei der Mensch nur ohne Religion. Nein, die Kraft der Religion, ihre Weisheit wirkt immer noch in vielen Menschen weltweit – und auch bei uns. Lassen wir ihn nicht kleinreden, den Beitrag der Religionen, in unserem Fall des Christentums, zu dem, was für den Menschen und die Menschheit wirklich zählt.

 

 

 

PS: Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat in einem faszinierenden Projekt mit dem Titel "Werte und Religion" Einblicke von Fotografen aus fünf Ländern und Kontinenten zusammengetragen: www.values-religion-photography.net

 

 

 

Autor: Stefan Vesper

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