Salzkörner

Mittwoch, 13. Mai 2015

50 Jahre "Nostra Aetate"

Eine Bilanz

Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken lädt ein zu dem Symposion

"Eine bleibende Verpflichtung: Konzilserklärung 'Nostra Aetate' über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen vom 28. Oktober 1965 nach fünfzig Jahren der Rezeption und Fortschreibung“.

Fünfzig Jahre nach ihrer feierlichen Verabschiedung gilt die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen "Nostra Aetate" vom 28. Oktober 1965 als einer der am meisten beachteten Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils. Mit "Nostra Aetate" äußerte sich die katholische Kirche zum ersten Mal in ihrer Geschichte positiv zu anderen Religionen. Den Ausgangspunkt und das Zentrum dieses positiven Zugangs bildet Artikel 4, welcher die Beziehung der Kirche zum Judentum bedenkt. Darin anerkennt die Kirche die Anfänge ihres Glaubens und ihrer Erwählung im biblischen Israel, spricht von ihren jüdischen Wurzeln und fordert angesichts des Christen und Juden gemeinsamen Erbes "die gegenseitige Kenntnis und Achtung". Sie weist die Darstellung der Juden "als von Gott verworfen oder verflucht“ zurück und verurteilt "alle Hassausbrüche, Verfolgungen und Manifestationen des Antisemitismus". Es kommt zu einer kaum zu überschauenden Vielfalt der theologischen Entwicklungen sowie Themen, die im Dialog zwischen christlicher Theologie und jüdischer Gelehrsamkeit erörtert werden. Rückschläge wie der Konflikt um die Karfreitagsfürbitte können gut pariert werden. Unsere Tagung möchte an die Entstehung von "Nostra Aetate" erinnern und ihre Rezeption bedenken. Es sollen Perspektiven der Rezeption nach vorn erörtert sowie der Frage nach der bleibenden Verpflichtung von "Nostra Aetate" nachgegangen werden.

Tagungsfolge:

Sonntag, 25. Oktober 2015 (Beginn 15:00 Uhr):

"Nostra Aetate: Die dramatische Entstehung eines Textes. Das konziliare Ringen im historischen Rückblick": Dr. Dorothee Recker, Büren

"Fünfzig Jahre Nostra Aetate. Versuch einer theologischen Bilanz": Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Salzburg

"900 Jahre jüdisches Leben in Würzburg – Das Zeugnis der jüdischen Grabsteine 1147 – 1346": Führung durch das Museum des jüdischen Gemeindezentrums "Schalom Europa" durch Prof. Dr. Karlheinz Müller, Würzburg

Empfang im jüdischen Gemeindezentrum mit Dr. Josef Schuster, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Würzburg und Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Weibischof Ulrich Boom, Würzburg

Festvortrag "Nostra Aetate – eine Wende in der jüdisch-christlichen Beziehung. Jüdische Stimmen": Dr. Dr. Edna Brocke, Krefeld, und Prof. Dr. Micha Brumlik, Berlin

 

Montag, 26. Oktober 2015 (Ende 15:00 Uhr):

"Nostra Aetate: Mehr als eine 'Judenerklärung'": Dr. Andreas Renz, München und "Die Rezeption von Nostra Aetate in der Theologie: Perspektiven und Desiderata": Prof. Dr. Barbara Schmitz, Würzburg, Prof. Dr. Heinz-Günther Schöttler, Regensburg und Prof. Dr. Susanne Sandherr, München

"Eine bleibende Verpflichtung. Nostra Aetate als Vermächtnis zum Verhältnis von Kirche und Judentum in Deutschland": Schlusspodium mit Prof. Dr. Maria Neubrand, Paderborn, Prof. Dr. Josef Wohlmuth, Bonn, und Dagmar Mensink, Berlin

 

Anmeldung und weitere Informationen:

Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Nathalie Pieper, Hochkreuzallee 246, 53175 Bonn

E-Mail: anmeldung@zdk.de

Lic.theol. Stefan-B. Eirich

Geschäftsführer des GK "Juden und Christen"

 

 

 

 

 

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