Salzkörner

Mittwoch, 22. August 2012

Als Kirche wirken. Mitten im Leben.

Die katholische Kirche in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, auf die es Antworten zu finden gilt. Als einer der großen katholischen Sozialverbände begrüßt der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, deshalb das Dialogangebot der Bischöfe. Wir sehen aber auch die Notwendigkeit, in unserer Gesellschaft das christliche Menschenbild gemäß der katholischen Soziallehre immer neu zu vermitteln, um daraus Leitlinien für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturen zu entwickeln. Deswegen regen wir an, den Diskussionsprozess gerade um diese Aspekte zu erweitern.

Aus diesem Grund haben wir vor einiger Zeit unter dem Titel "Als Kirche wirken. Mitten im Leben." ein Positionspapier erstellt, in dem wir darstellen, wie das christliche Menschenbild in unserer Gesellschaft mehr und mehr zum Leitbild werden kann, so dass es dazu beiträgt, gesellschafts- und ordnungspolitische Strukturen christlicher und damit menschlicher zu gestalten. In 15 Punkten zeigen wir auf, in welchen Bereichen wir Handlungsbedarf sehen.

Hierzu gehören beispielsweise eine nachhaltige Finanzpolitik, Generationen- und Bildungsgerechtigkeit, Stärkung des Verantwortungsbewusstseins, Ethik in der Wirtschaft, Sonntagsschutz, Vereinbarkeit von Familie und Beruf aber auch die Kirche als Arbeitgeber.

Ein uns besonders wichtiges Anliegen haben wir unter Punkt vier "Katholische Soziallehre in heutige Sprache übersetzen" aufgeführt. Nämlich: Das "Kompendium der Soziallehre der Kirche" ähnlich wie den "Katechismus für Jugendliche – YOUCAT" als "praktischen Leitfaden für Jedermann" herauszugeben.

Folgende Überlegung steht hinter diesem Vorschlag. Die Botschaft der katholischen Soziallehre ist zeitlos und gerade heute aktueller denn je. Allerdings muss sie in die heutige Sprache übersetzt und praxisnah interpretiert werden. Ihr Platz ist: Mitten im Leben. Die Texte der Sozialenzykliken aber sind für viele Menschen heute schwer verständlich. Deshalb haben wir angeregt, die Kernaussagen der katholischen Soziallehre in eine Sprache zu übersetzen, die den Menschen von heute besser anspricht und sich an den beruflichen Lebenswelten orientiert.

Zu unserer großen Freude ist dieser Vorschlag bereits auf ein positives Echo gestoßen. So hat inzwischen der Herausgeber des YOUCAT, die Mediengruppe des St. Ulrich Verlages, unsere Idee aufgegriffen und plant zusammen mit dem KKV und weiteren Partnern die Umsetzung dieser Idee in Buchform als "DOCAT". Dieses Projekt wird ausdrücklich auch von Kardinal Reinhard Marx unterstützt. "Es ist eine der vornehmsten Aufgaben der katholischen Sozialverbände, die Soziallehre in die Sprache der Gesellschaft und der Politik zu übersetzen", so der Vorsitzende der Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der deutschen Bischofskonferenz in seiner Antwort an den KKV.

Kurzum mit dem DOKAT tragen wir dazu bei, dass die katholische Soziallehre nicht nur in Fachkreisen diskutiert und verbreitet wird.

 

www.kkv-bund.de/zum-runteladen/kkv-texte-reden-vortraege

 

 

 

Autor: Bernd-M. Wehner Bundesvorsitzender des KKV

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