Salzkörner

Mittwoch, 22. August 2012

Demografiestrategie

Editorial

Der demographische Wandel wird seit über 40 Jahren diskutiert, inzwischen ist er spürbare Realität: Wir leben immer länger, es gibt immer mehr ältere Menschen und weniger junge. Diese zieht es immer stärker in die Ballungszentren, ländliche Regionen sind vom Aussterben bedroht. Mancherorts boomen KiTas, Schulen, Mehrgenerationenhäuser etc., andernorts drohen KiTa- Schließungen, Schulzusammenlegungen, Geisterstädte.

Nun haben die meisten gesellschaftlichen Entwicklungen neben schlechten auch gute Seiten. Von den "gewonnenen Jahren" sprechen viele. Davon, dass wir "weniger, älter, bunter" werden. Davon, dass die, die wollen, länger arbeiten können. Dass wir den Erfahrungsschatz der Älteren brauchen und nutzen sollten. Es gibt die große Chance, selbstbestimmt alt zu werden.

Die Bundesregierung hat eine Demografiestrategie verkündet, eine wichtige gemeinsame Initiative. Die verschiedenen Ansätze unter der Überschrift"Jedes Alter zählt" sind sehr zu unterstützen – nun gilt es, diese auch mit konkreten Inhalten zu füllen.

Besondere Unterstützung verdient aber die Familie: Familie braucht Zeit, Familie braucht Geld und Familie braucht Unterstützung. Ebenso wichtig sind Anstrengungen im Bildungsbereich: lebenslanges Lernen wird unverzichtbar. Am Ende ist der demographische Wandel ein Beispiel dafür, wie eine sinkende Geburtenrate und eine höhere Lebenserwartung Politik beflügeln können: In der Familien-, Bildungs-, Arbeitsmarkt-, Sozial- und Wirtschaftspolitik sollten wir die Rahmenbedingungen so verändern, dass die Menschen Mut haben, Familien zu gründen und die "gewonnenen Lebensjahre" als Bereicherung für sich und andere nutzen.

 

 

Autor: Stefan Vesper

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