Salzkörner

Mittwoch, 28. Februar 2018

Die Laien selbst …

Editorial

Franz Meurer, der beliebte Kölner Pfarrer und alternative Ehrenbürger der Stadt, zitiert ihn immer wieder, den Schlüsselsatz allen Engagements: "Wer es macht, hat die Macht!". So ist es – entgegen manchen Klischees – allüberall in der Kirche. Überall gibt es Gruppen, Initiativen, Räte, die die Dinge bewegen. Daraus lebt die Kirche – und daraus lebt auch vieles in der Welt. Das Konzil sagt in Gaudium et spes 43: "Von den Priestern aber dürfen die Laien Licht und geistliche Kraft erwarten. Sie mögen aber nicht meinen, ihre Seelsorger seien immer in dem Grade kompetent, dass sie in jeder, zuweilen auch schweren Frage, die gerade auftaucht, eine konkrete Lösung schon fertig haben könnten oder die Sendung dazu hätten. Die Laien selbst sollen vielmehr im Licht christlicher Weisheit und unter Berücksichtigung der Lehre des kirchlichen Lehramtes darin ihre eigene Aufgabe wahrnehmen."

 

So geschieht es gerade in Hamburg. In schwieriger finanzieller Situation muss das Erzbistum sich von 8 Schulen trennen. Das ruft Enttäuschung und Widerstand hervor. Aber es setzt auch Kräfte frei. Eine Genossenschaft bildet sich, www.hamburger-schulgenossenschaft.de, und sammelt einen Grundstock mit dem Ziel, die Schulen in der Verantwortung dieser Genossenschaft zu übernehmen. Das ist ein Beispiel jener "freien Initiativen", die in unserer Kirche keineswegs seltene Ausnahmen sind, sondern deren Zahl im ganzen Land und weltweit riesengroß ist. Sie sind Kirche in der Welt. Ein Beitrag in dieser Ausgabe der Salzkörner handelt davon.

 

Möge das Engagement der Hamburger (nicht nur) Katholiken Erfolg haben. Möge es, kirchlich gesprochen, gesegnet sein. Im Sinne des mündigen Bürgers ist es allemal. Und im Sinne des Auftrags aus Taufe und Firmung, mit dem wir voll und ganz Kirche sind.

 

 

 

 

 

Autor: Dr. Stefan Vesper

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