Salzkörner

Mittwoch, 9. Mai 2012

Einen neuen Aufbruch wagen

Editorial

Alois Glück, unser Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), liebt eine bildhafte Sprache. So fragt er in seinen Vorträgen: "Wie schaffen wir es, dass wir uns als Gesellschaft so verhalten wie Eltern, die um ihrer Kinder willen auf etwas verzichten?" Diese Frage, in der es im Kern um eine "zukunftsfähige Kultur" geht, reißt den Horizont dessen auf, was wir beim 98. Katholikentag in den kommenden Wochen in Mannheim gesellschaftlich thematisieren wollen. Zehntausende Katholiken aus ganz Deutschland werden in diesen Mannheimer Tagen Wege zu einer Kultur der Gerechtigkeit, zu einer Kultur des Lebens und zu einer Kultur der Verantwortung suchen. Es geht nicht um eine Rückschau und um das Beklagen der Zustände. Der Katholikentag wird zukunftsorientiert sein. Es geht um die Vorstellung konkreter Veränderungsvorschläge, praktikabler Modelle, realistischer Auswege, es geht darum, wie das Leitwort sagt, einen "neuen Aufbruch" zu wagen.

Einen solchen neuen Aufbruch hat natürlich auch unsere Kirche nötig. Es muss ein Aufbruch in Seinem Geist sein. Darum suchen wir in Mannheim nach Wegen zu einer zukunftsfähigen Kirche. Und auch hier ist der eingangs zitierte Satz Ansporn und Stachel: "Wie schaffen wir es, dass wir uns als Kirche so verhalten wie Eltern, die um ihrer Kinder willen auf etwas verzichten?" Müssten wir nicht wirklich nur das Unverzichtbare festhalten, das Verzichtbare – in unseren Strukturen, in unseren Verhaltensweisen, in unserem Erscheinungsbild und in allen kirchlichen Regelungen – aber überprüfen, um unserer Kinder willen, die sonst unsere Kirche verlassen? Lasst uns einen neuen Aufbruch wagen!

 

 

Autor: Stefan Vesper

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