Salzkörner

Samstag, 12. September 2009

Hilfe für werdende Mütter in Notlagen

25 Jahre Bundesstiftung "Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens"
Wo finden Schwangere konkrete Unterstützung in ihrer besonderen Situation? An wen können sie sich wenden, wenn kein Geld da ist, um Kleidung für das Baby zu kaufen? Wer hilft, wenn eine Wickelkommode benötigt wird? Seit der Bundestag im Sommer 1984 mit einem entsprechenden Gesetz den Weg frei machte, können sich Schwangere in Deutschland an die Bundesstiftung "Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens" wenden.

Die Stiftung hilft werdenden Müttern in Notlagen schnell und unbürokratisch und erleichtert ihnen so die Fortsetzung der Schwangerschaft. Das Ziel der Bundesstiftung, den Schutz des ungeborenen Lebens zu stärken und Schwangerschaftsabbrüche zu vermeiden, ist dabei heute so aktuell und wichtig wie zu den Zeiten ihrer Gründung.

Helfen kann die Stiftung vor allem bei der Erstausstattung des Kindes und der Einrichtung der Wohnung. Höhe und Dauer der Unterstützung richten sich dabei nach der individuellen Situation der werdenden Mutter. Seit 25 Jahren setzt die Bundesstiftung so konkrete Zeichen für den besonderen Stellenwert des ungeborenen Lebens.

Die Idee einer öffentlich-rechtlichen Stiftung hat sich dabei besonders bewährt. Denn durch die Zusammenarbeit mit den bundesweit tätigen Wohlfahrtsverbänden kann deren Engagement, Wissen und Erfahrung für die Hilfe für Familien in Not im Sinn des Stiftungszwecks optimal genutzt werden. Durch die Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt konnte die Stiftung die finanzielle Unterstützung für schwangere Frauen in Notlagen maßgeblich erweitern. Und durch das flächendeckende Netz der Schwangerschaftsberatungsstellen, die die Anträge entgegennehmen, ist schnelle, individuelle Hilfe sichergestellt.

Konkrete Hilfe

Rund 150.000 Frauen unterstützt die Stiftung jedes Jahr – das ist fast jede fünfte Schwangere in Deutschland. Dabei beschränkt sich die Hilfe nicht auf finanzielle Unterstützung: In den örtlichen Stellen der Schwanger-schaftsberatung erhalten die Frauen auch individuelle Beratung, und erfahren persönliche Nähe und Verständnis für ihre Situation.

Die Unterstützung durch die Bundesstiftung hat aber noch einen weiteren Effekt: Sie wirkt wie ein "Türöffner", der den betroffenen Frauen den Zugang zu weiteren Hilfsangeboten erleichtert. Durch die Kombination von professioneller Beratung und finanzieller Unterstützung können die Helferinnen und Helfer den Schwangeren Wege aus der oft als aussichtslos wahrgenommenen Situation aufzeigen.

Die Arbeit der Bundesstiftung hat in den vergangenen Jahren auch davon profitiert, dass für das Kuratorium namhafte Persönlichkeiten aus Politik, Kirchen, Ärzte- und Wissenschaft sowie der Wohlfahrtspflege gewonnen werden konnten. Das Kuratorium berät nicht nur den Stiftungsrat, sondern wirkt darüber hinaus auch als verstärkte Repräsentanz des "Lebensschutzes" in Politik und Gesellschaft.

Die Bundesstiftung "Mutter und Kind" ist seit einem Vierteljahrhundert ein wichtiges Instrument, um die Verantwortung der Eltern zu stärken und Krisen und Notlagen in jungen Familien vorzubeugen. Die Stiftung erfüllt diese Aufgabe durch die Zusammenarbeit der Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen, der Kirchen und Wohlfahrtsverbände und trägt aktiv zu einem wirksamen Kinderschutz bei. Daher ist es nur konsequent, dass die Bundesregierung sich entschieden hat, ihre Mittel für 2009 von jährlich mindestens 92 Millionen Euro um fünf Millionen Euro zu erhöhen.

Das Internetportal der Bundesstiftung informiert über das Angebot von Hilfeleistungen und die Antragsvor-aussetzungen und ist mit dem Onlineangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verlinkt, wo die nächstgelegene Schwangerschaftsberatungsstelle zu finden ist. Die Homepage soll jedoch nicht nur Informationen bieten, sondern auch Spenden einwerben. Denn um ihre Aufgabe auch in Zukunft weiterhin erfolgreich erfüllen zu können, benötigt die Bundesstiftung weitere Mittel – Geld, das schwangere Frauen in Not schnell, unbürokratisch und direkt unterstützt.

www.bundesstiftung-mutter-und-kind.de

Autor: Dr. Hermann Kues, Parlam. Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sprecher des ZdK für gesellschaftliche Grundfragen, Vorsitzender des Kuratoriums der Bundesstiftung

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