Salzkörner

Dienstag, 25. Februar 2014

Hilfe im Sterben

Editorial

Die Debatte um ein gesetzliches Verbot der organisierten Beihilfe zur Selbsttötung wird in den nächsten Monaten in ihre entscheidende Phase treten. Zwei Dinge sind besonders wichtig.

Einmal geht es darum, jede Form der organisierten Suizidbeihilfe, ob gewerbsmäßig oder unentgeltlich betrieben, zu verbieten. Es gibt nämlich feine, aber entscheidende Unterschiede. Das Verbot der gewerbsmäßigen Suizidbeihilfe ist in Deutschland ziemlich unbestritten. Aber es gibt Organisationen, die zwar im strengen Sinne nicht "gewerbsmäßig" arbeiten, aber durch Spenden und auf anderen Wegen doch organisiert entsprechende Angebote machen. So zahlt man bei manchen kein Geld für eine Dienstleistung, aber der Mitgliedsbeitrag des Vereins ist so hoch, wie der ansonsten zu entrichtende Betrag. Wenn nur die gewerbsmäßige Förderung der Selbsttötung strafbar wäre, würde ein solches Gesetz auch solchen Organisationen, die in Deutschland schon heute in organisierter Form Suizidbeihilfe anbieten und zum Teil aggressiv dafür werben, keine entschiedenen Grenzen setzen. Jetzt ist ein Kairos, um in dieser Sache Flagge zu zeigen und wenn notwendig auch zu streiten.

Das zweite ist in diesen Wochen ebenso wichtig: mit Nachdruck für eine Verbesserung der Situation schwerstkranker und sterbender Menschen einzutreten. Diese Menschen brauchen einen verbesserten Zugang zu Hospizen und zur Palliativmedizin. "Palliative care" muss ein Schwerpunkt der Gesundheitspolitik werden. Das ist echte Hilfe im Sterben.

 

 

 

Autor: Stefan Vesper

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