Salzkörner

Montag, 31. August 2015

Junger Bürgersinn

Editorial

In Nordrhein-Westfalen stehen in vielen Städten und Gemeinden Bürgermeisterwahlen an. Im westfälischen Billerbeck fragen sich Jugendliche aus der KjG, wen sie wählen sollen. Statt die Sache laufen zu lassen, werden sie aktiv. Sie wissen, dass es um ihre Stadt geht, um ihre eigene Zukunft. Sie fragen nach den Kandidaten, nach ihren Themen und Projekten, nach dem Umgang mit Problemen in der Stadt, nach den Zielen für die nächsten Jahre.

Sie entwickeln eine Website: www.billerbeck-waehlt.de. Sie stellen die vier Amtsbewerber auf den Prüfstand. In Eigeninitiative, ebenso ehrenamtlich wie hochprofessionell, veröffentlichen die acht jungen Menschen ihre Fragen und die Antworten der Bürgermeisterkandidaten. Sie geben so allen Wählerinnen und Wählern die Chance, sich objektiv zu informieren. Sie sagen: "Bilde Dir Deine Meinung! Sei unabhängig und entscheide selber."

Die Seite erhält in wenigen Tagen Tausende Klicks. Die lokalen Medien fragen die Jugendlichen, ob sie eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten organisieren möchten. Die Parteien begrüßen die Aktion und bewerben diese auf Facebook. Die Initiatoren erhalten viel Feedback, wenn sie in Billerbeck unterwegs sind. Auch von angeregten Diskussionen zwischen Frisör und Bäcker wird berichtet. Von Politikverdrossenheit keine Spur.

Solche Beispiele stehen nicht allein.

Im Netz gibt es nicht nur Ausraster, Shitstorms und rechten Müll. Es gibt auch viele Formen von jungem Bürgersinn.

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