Salzkörner

Mittwoch, 31. August 2016

Kampf um die Demokratie

Editorial

Es ist keineswegs überzogen, wenn eine angesehene Wochenzeitung wie DIE ZEIT in diesen Wochen mehrfach darauf hinweist, dass wir für unsere Demokratie kämpfen müssen. Es stimmt, dass wir – jedenfalls sehr viele von uns – über Jahrzehnte hinweg Freiheit, Demokratie, Rechtsstaat, soziale Marktwirtschaft für etwas Selbstverständliches hielten.

Autoritäre Populisten weltweit, Krisenphänomene in der EU und ganz Europa bedrohen unsere Gesellschaften und unsere Demokratie. "Zeit, aufzuwachen", schreibt DIE ZEIT. Ludwig Windthorst, der große politische Katholik, sagte es andersherum: "Dies ist nicht die Zeit, die Schlafmütze über den Kopf zu ziehen!"

Natürlich engagieren sich viele Katholiken für unseren Staat, für das Gemeinwohl, für unsere Demokratie. Sie wirken in politischen Parteien, übernehmen Ämter und Mandate, handeln entsprechend ihrer Verantwortung in vielen gesellschaftlichen Bereichen, in Beruf und Familie, in ihrer Stadt, in ihrer Straße, in ihrem Haus. Vieles davon ist gelebte katholische Sozialverkündigung. Natürlich gilt immer auch, dass es immer noch mehr sein könnten, und dass neue Aufgaben neues, zusätzliches Engagement erfordern, wie es in der Flüchtlingskrise eindrucksvoll auch von den Christen bewiesen wurde.

"Eine Liebesgeschichte" hieß vor einigen Jahren das überraschende Leitwort der 1200-Jahr-Feier des Bistums Münster. Es wäre der Überlegung wert, ob – wenn nicht aus Liebe, so doch aus innerer Zuneigung und Zustimmung  –  der Einsatz der Katholiken im Kampf um die Demokratie nicht noch verstärkt werden kann. Oder einfach aus Gründen der Vernunft.

 

 

Autor: Stefan Vesper

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