Salzkörner

Freitag, 30. Juni 2017

Kröten

Editorial

So ist konkrete praktische Politik, in der Christen sich bewähren müssen: Schon innerparteilich gilt es, Kompromisse zu schließen, nach dem Wahlausgang ergeben sich Koalitionsverhandlungen, in denen es erneut zu Kompromissen kommt. Neben einem breiten Feld der Übereinstimmungen gibt es einige wenige Punkte, in denen man weit auseinander ist. Solche Punkte, die dem einen oder dem anderen nicht gefallen, sind "Kröten", die zu schlucken sind, wenn man auf anderen Feldern wichtige Schritte durchsetzen und das jeweilige Land voranbringen möchte.

 

Gerade haben wir zwei solcher Entscheidungen miterlebt: In Nordrhein-Westfalen verdoppelt die neue Landesregierung die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht pro Jahr. Eine Entscheidung, die ökonomisch umstritten und gesellschaftlich bedenklich ist, wie Nadine Oberhuber Anfang Juni mit ihrem FAZ-Artikel "Schützt den Sonntag!" erneut belegt hat.

 

In Schleswig-Holstein fordert man die Worthülse "Ehe für alle". Ein Schlagwort, dessen Inhalt man angesichts des gut austarierten Verhältnisses zwischen verfassungsmäßig garantiertem Schutz von Ehe und Familie einerseits und gut begründeten und weit reichenden, längst verbrieften Rechten für eingetragene Lebenspartnerschaften andererseits vergeblich sucht.

 

Doch wegen einzelner politischer Fragen, die einem nicht gefallen mögen, darf man sich nicht von konkreter Politik abwenden. Das Gegenteil ist der Fall. Es gilt, Politik aktiv mitzutragen, zu versuchen, Politik mitzugestalten – und sich weiterhin für den Schutz des Sonntags und den Schutz von Ehe und Familie einzusetzen.

 

Redaktionshinweis: Die Drucklegung dieser Ausgabe der Salzkörner erfolgte am 22.6.2017 

 

Autor: Stefan Vesper

zurück zur Übersicht