Salzkörner

Donnerstag, 28. März 2013

Magdeburg und Paderborn – Eine besondere Ost-West-Beziehung

 

Die Teilung Deutschlands nach 1945 betraf auch das Erzbistum Paderborn. Teils verborgene Begegnungen ließen die Beziehungen zwischen dem Westteil des Erzbistums Paderborn und dem damaligen Bischöflichen Amt Magdeburg jedoch nie abbrechen. Nach dem Mauerfall nahmen wir als Diözesantag Paderborn mit dem am 1. Dezember 1989 geschriebenen Brief an die "Katholischen Laien" im Bischöflichen Amt Magdeburg Verbindung auf. Die Initialzündung! Anfang 1990 folgten das erste Treffen in Magdeburg, die Gründung des Katholikenrates Magdeburg mit Paderborner Gästen und der erste Besuch von Magdeburgern bei der Paderborner Vollversammlung.

 

Der Grundstein für die besondere Beziehung der beiden Diözesanräte und viele Begegnungen war gelegt, was am 9. Oktober 1994 anlässlich der Feier zur Neugründung des Bistums Magdeburg auf dem Magdeburger Domplatz in die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung mündete. Der Diözesantag im Erzbistum Paderborn und der Katholikenrat im Bistum Magdeburg vereinbarten darin "auch für die Zukunft eine enge Zusammenarbeit", sich künftig gegenseitig zu informieren, gemeinsam an aktuellen Themen zu arbeiten und Initiativen abzustimmen. Seitdem treffen sich unsere beiden Vorstände jährlich.

Zukunftsfähige Partnerschaften

Zeitgleich entstanden in der Nachwendezeit zahlreiche Partnerschaften zwischen Kirchengemeinden und Verbandsgruppen beider Bistümer. So lag es für uns nahe, anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit auch dieses Teils gemeinsam erlebter Geschichte zu gedenken. Neben der Rückschau wollten wir bei einem Treffen auch die Zukunft im Blick haben. Fragestellungen, wie der demografische Wandel, die Strukturveränderungen in den Bistümern und die im Dialogprozess unserer Kirche angesprochenen Themen, gelten für Ost und West, für Magdeburg und Paderborn gleichermaßen. Und so war es auf einmal gar nicht mehr so wichtig, einen historischen Jahrestag zu feiern, sondern vielmehr die guten Erfahrungen aus den Partnerschaften zukunftsfähig zu machen.

 

Wir planten gemeinsam mit dem Bonifatiuswerk ein Treffen aller Partnergruppen. Die Hälfte der ehemals 25 Partnerschaften besteht noch. Sieben Partnerschaftsgruppen konnten wir schließlich am 23./24. März 2012 in Magdeburg begrüßen.

 

Alle Anwesenden berichteten über den intensiven Austausch in den vergangenen 20 Jahren. Zum Kraftquell solcher Partnerschaften gehörte neben den persönlichen Begegnungen aber auch eine spirituelle Dimension, durch die die entstandenen Beziehungen lebendig blieben. Die in allen deutschen Bistümern stattfindenden Strukturveränderungen seien den Partnerschaften nicht abträglich, vielmehr könne man voneinander lernen, wie Kirche in den immer größer werdenden pastoralen Räumen möglich ist, und von den Erfahrungen des anderen profitieren. Gerade bei den aktuellen pastoralen Herausforderungen in den beiden Diözesen empfanden die Gruppen ihre Partnerschaft als äußerst bereichernd. Ein Teilnehmer sprach aus, was sicher allen am Herzen lag, nämlich solch ein Treffen zu wiederholen und damit keinesfalls wieder zwanzig Jahre zu warten.

Wir freuen uns über diese einzigartige Ost-West-Beziehung!

Autor: Dagobert Glanz, Vorsitzender des Katholikenrates Magdeburg, Mitglied des ZdK | Hans-Georg Hunstig, Paderborn, Mitglied des Diözesankomitees im Erzbistum Paderborn und des ZdK

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