Salzkörner

Montag, 31. Oktober 2011

Partnerschaftlich

Editorial

In den letzten 200 Jahren ist eine breite Frauenbewegung entstanden. Es geht den Frauen um den Aufbau einer Gesellschaft, in der Mann und Frau gleichberechtigt zusammenleben und -arbeiten, in gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft einer menschlicheren Welt. Die Kirche lebt in der Welt und mit der Zeit. Sie darf und kann an dieser Bewegung nicht vorbeigehen. Auch wenn seit der Gemeinsamen Synode schon manch guter Schritt getan wurde, bleibt die Aufgabe, dass die Frau in der Kirche noch deutlicher und gerechter in die Verantwortung einbezogen wird, die allen Christen für das kirchliche Leben aufgetragen ist.

Die Kirche soll Modell für das gleichwertige und partnerschaftliche Zusammenleben und -wirken von Männern und Frauen sein. Es muss aber noch viel getan werden, damit die partnerschaftliche Mitverantwortung der Frau überall gefördert und angenommen wird. In diesem Zusammenhang muss ein besonderes Problem angesprochen werden. Jede Veränderung im Selbstverständnis der Frauen berührt das Selbstverständnis der Männer. Es ist ein Irrtum zu meinen, es ginge nur um die Probleme der Frauen bzw. um ein Mehr an Mitverantwortung und Mitwirkung der Frauen. Es geht um die gemeinsame, partnerschaftliche Verantwortung und Mitwirkung von Frauen und Männern in der Kirche.

Und jetzt ist es Zeit für ein Geständnis: Alle bisherigen Sätze sind Zitate aus dem Wort der Deutschen Bischöfe "Zu Fragen der Stellung der Frau in Kirche und Gesellschaft" vom 21. September 1981, das jetzt 30 Jahre alt ist. Es ist ein herausragendes, heute noch lesenswertes Wort. Vieles in diesem Text war zukunftsweisend. Vieles ist aber noch immer nicht eingelöst.

Autor: Dr. Stefan Vesper, Generalsekretär des ZdK

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