Salzkörner

Montag, 2. März 2015

Petra Kunik, Frankfurt am Main


Ich war vom Theaterstücke-Schreiben zur Buchautorin aufgestiegen. Mein Buch "Der geschenkte Großvater- Eine Jüdische Kindheit im Nachkriegsdeutschland"1, verkaufte sich super. Mein Lektor bei der Büchergilde Gutenberg meinte, ich sollte parallel zu Lesungen aus dem Buch noch einen Vortrag über jüdische Feiertage anbieten.
1992 erreichte mich der Anruf von Frau Peters, vom Gesprächskreis "Juden und Christen" beim ZdK, mit der Frage, ob ich beim Katholikentag in Karlsruhe meinen Vortrag: "Jüdischer Lebens- und Jahreszyklus" präsentieren kann.
Moderator war Prof. Dr. Hanspeter Heinz. Ich bat ihn, oder sagte vielleicht in meiner Aufregung über meine neue Aufgabe: "Moderation, schön und gut, aber ich habe Dias, können Sie die nach meinen Ansagen zeigen? Das ist mir wichtiger..."
Ich bin sicher, auch ‚BITTE‘ gesagt zu haben, aber es ist auch egal, denn im Referentenzimmer wurde ich ziemlich rüde gefragt, ob ich den PROFESSOR DOKTOR HEINZ, den Leiter des Gesprächskreises, zum Dia-Zeigen benutzt hätte...
2002 wurde angefragt, ob ich nicht am Gesprächskreis teilnehmen möchte. Den Vorfall in Karlsruhe hatte ich vergessen und sagte, wenn auch zögerlich, ja.

Was würde mich erwarten? Die katholische Welt schien mir fremd, doch Rabbiner Brandt wird mir schon Brücken bauen. Mich erwarteten geballte theologische und christlich-jüdische kompetente Dialogpartner, gekonnt und geschickt tacheléjßim redend vom Vorsitzenden gelenkt. Mit der Zeit konnte ich auch dank Dr. Heinz vertrauensvolle bis freundschaftliche Verbindungen innerhalb des Gesprächskreises schließen.

Heute weiß ich, dass er bestimmt gerne, für die aufgeregte Anfängerin, Dias auf die Leinwand geworfen hat.
Denn mit Hanspeter Heinz begegnet mir ein Empathie-Experte - oder wie sagt es sich im Jiddischen: Ein Mensch...

 

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