Salzkörner

Montag, 11. Juli 2011

Projekt: "in9monaten.de"

Rihanna, die Mutter von Manu weiß, noch nicht, ob ihr Sohn das tödliche HI-Virus in sich trägt. Manu ist erst 4 Wochen alt und die Ungewissheit ist für Rihanna entsetzlich. Was, wenn sie ihren Sohn angesteckt hat? Doch Rihanna hat weder die 30 Rupien für eine Fahrt in die nächste Kreisstadt, noch Geld für den aufwendigen virologischen Test, der bei Säuglingen nötig ist. Manus Mutter lebt in Indien. Ob Manu trotzdem getestet werden kann, darüber entscheiden Facebook-User aus Deutschland. Denn Manu ist ein virtuelles Baby, in die Welt gesetzt vom Aktionsbündnis gegen AIDS, einem deutschlandweiten Zusammenschluss von Kirchen und Hilfsorganisationen. In der aktuellen Kampagne macht das Aktionsbündnis auf jene 1000 Kinder pro Tag aufmerksam, die sich bei ihren Müttern mit HIV anstecken.

Dass es in Deutschland nur knapp 300 HIV-positive Kinder gibt, haben wir unserem guten Gesundheitssystem zu verdanken. Denn der Kampf gegen HIV-positive Babys kann schon mit wenigen günstigen Maßnahmen geführt werden. Eine einmalige Dosis von Medikamenten während der Schwangerschaft, eine Kaiserschnittgeburt und Milchersatzpulver sind dafür notwendig. Was in Deutschland recht gut funktioniert, ist in Indien oder im südlichen Afrika ein Problem. Dabei sind die Folgekosten für die Gesellschaft viel höher, wenn Kinder geboren werden, die ihr Leben lang auf Medikamente angewiesen sind. Beobachten kann man dies im Don Bosco Zentrum in Nilavarapatti, einer Kleinstadt in Südindien, in der Nähe von Salem. Knapp 90 Jungen zwischen 12 und 24 Jahren werden hier medizinisch betreut und lernen einen Beruf. Ihre Existenz ist ein kleines Wunder. Wer von Geburt an HIV-positiv ist, schafft es in den seltensten Fällen älter als 6 Jahre zu werden. Die Schüler der Don Bosco Schule kommen alle aus extrem armen Familien. Prostitution und Drogen haben ihre Kindheit geprägt.

Für Mütter und Kinder mit HIV wird immer noch zu wenig getan. Nicht nur in Indien, auch in Deutschland. So gibt es nur wenige Medikamente, die sich auch für Kinder eignen. Für Kinder müsste es Säfte und Zäpfchen geben, die auch ohne Kühlschrank haltbar sind. Doch mit Menschen wie Rihanna lässt sich kein Geld verdienen. Dabei hatte die internationale Staatengemeinschaft versprochen, bis 2015 allen Menschen Zugang zu Präventions- und Aufklärungsprojekten und zu medizinischer Versorgung zu garantieren. Erst nachdem Organisationen wie das Aktionsbündnis gegen AIDS Druck ausübten, erinnerte sich die Regierung an ihre Versprechen.

Aktuell bekommen nur 14% aller HIV-infizierten Kinder weltweit überhaupt lebensrettende Medikamente. Manu ist ein virtuelles Opfer einer globalen Epidemie. Er steht stellvertretend für viele reale Babys, die keine Unterstützung erhalten und HIV-positiv auf die Welt kommen. Wie Natti und Jeval, die heute im Don Bosco Zentrum im indischen Salem leben. Bisher hat das Aktionsbündnis knapp 12.000 Unterschriften gesammelt, die die Kampagne "in9monaten.de" unterstützen. Darin fordert das Bündnis die Bundesregierung auf, sich für den Universal Access einzusetzen und ihre Partnerländer dabei zu unterstützen, Gesundheitsstandards und Behandlungsrichtlinien umzusetzen. Ihre Unterschrift fehlt noch … Unterstützen Sie die Kampagne www.in9monaten.de oder besuchen Sie die Kampagne bei Facebook.

Autor: Ulla Fricke Don Bosco Mission

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