Salzkörner

Donnerstag, 31. August 2017

Wasser

Editorial

Es war eine jener Meldungen, die an uns vorbeirauschen und kaum wahrgenommen werden, obwohl sie fundamental wichtig und herausfordernd sind: Fast 2,1 Milliarden Menschen haben nach Angaben der UNO zu Hause kein sauberes Trinkwasser. Mehr noch: 4,5 Milliarden Menschen verfügen nicht über ausreichende Sanitäranlagen, Kanalisation und Abwasseraufbereitung, selbst in vielen Schulen und Kliniken fehlen Wasser und Seife zum Händewaschen.

Es ist eine Schande für uns im entwickelten "Norden", wir müssten uns schämen, dass wir solche Missstände dulden. Zum Glück unterstützen unsere Hilfswerke viele Projekte auch aus diesem Bereich. Doch der Einsatz der Politik wie der Zivilgesellschaft wäre weiter zu verstärken.

Auch Papst Franziskus hat in seiner Umweltenzyklika Laudato si‘ die Bedeutung des Wassers für die Menschheit betont und von einer schweren sozialen Schuld gesprochen, die die Welt angesichts von Wasserverschmutzung und Verschwendung auf sich lädt.

Mitte Juli hat Daniel Barenboim sein Konzertdirigat der BBC Proms unterbrochen und beklagt: "Es fehlt uns an Erziehung. Es fehlt uns an Erziehung zur Menschlichkeit."

Heute sterben jährlich 1,7 Millionen Kinder unter 5 Jahren an wasser- und sanitärbedingten Krankheiten. "Wasser ist ein Menschenrecht" – wie lange soll das im weltweiten Maßstab nur ein Lippenbekenntnis bleiben?

 

 

Autor: Stefan Vesper

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