Aus der aktuellen Arbeit des Gesprächskreises

© ZdK/Pieper

Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim ZdK mahnt Erinnerungskultur an

Am 9. und 10. November jährt sich zum 80. Mal der antijüdische Terror vom November 1938.  Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim ZdK veröffentlicht eine Erklärung, in der er eine verstärkte Erinnerungskultur anmahnt, auch in der katholischen Kirche.

 

"Kinderbibeln im Licht des jüdisch-christlichen Dialogs. Kriterien und Anregungen"

Der Gesprächskreis "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, die theologischen Erkenntnisse, die aus dem jüdisch-christlichen Dialog der letzten Jahrzehnte erwachsen sind, in verschiedene Lebens- und Praxisfelder hineinzutragen. Dazu gehören auch Kinder- und Jugendbibeln. Wie kaum andere Werke religiöser Kinderliteratur prägen Kinderbibeln die Bilder von Gott und den Menschen, von Christus und Kirche, von Christentum und Judentum früh und intensiv. Immer wieder erscheinen Handreichungen, die eine Hilfestellung zur Orientierung in Bezug auf die Qualität von Kinderbibeln anbieten. Dabei sind Qualitätskriterien, die sich aus dem jüdisch-christlichen Gespräch ergeben, allermeist nur am Rande berücksichtigt.
Dem Gesprächskreis "Juden und Christen" ist es ein Anliegen, diesen Aspekt differenziert und praxisorientiert zu entfalten und in die Diskussion einzubringen. Leitend sind dabei zwei grundlegende Perspektiven: die Darstellung des Judentums zur Zeit Jesu (inklusive Jesu und der Jesusbewegung) und das Verhältnis von Altem und Neuem Testament. Diese beiden Perspektiven werden in unterschiedlichen Untersuchungsfeldern relevant und führen zu den folgenden Fragen. Sie sollen dazu anregen, Kinderbibeln unter der Perspektive des jüdisch-christlichen Gesprächs sensibel und kritisch zu prüfen.

Die Handreichung ist als pdf-Download verfügbar und kann als Druckexemplar bestellt werden:

"Von Abba bis Zorn Gottes"

"Von Abba bis Zorn Gottes" Nachschlagewerk klärt über Irrtümer über das Judentum unter Christen auf.

Im Auftrag des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) erscheint heute (13.02.2017), herausgegeben von Dr. Paul Petzel und Dr. Norbert Reck, das Handbuch "Von Abba bis Zorn Gottes. Irrtümer aufklären – das Judentum verstehen".

Die vorgelegte Sammlung aus kurz gefassten Stichwörtern aus Gebieten, in denen Judentum und Christentum einander berühren, analysiert Begrifflichkeiten und damit verbundene Irrtümer rund um das Judentum. Trotz aller Erneuerung sind die alten Bilder vom liebevollen Vater des Neuen Testaments im Gegensatz zum zornigen Gott des Alten leider immer noch lebendig. Dieses Buch will genau dann zur Hand genommen werden, wenn man auf solche Begrifflichkeiten stößt, deckt die alten Irrtümer auf und gibt Anregungen, wie stattdessen im Lichte der christlichen Neubestimmung des Verhältnisses zum Judentum von ihnen gesprochen werden kann. Erkenntnisse der jüdisch-christlichen Forschungen werden in knapper und verständlicher Form in diesem Band zugänglich gemacht, der sich an interessierte Nichtfachleute, an Katechetinnen und Katecheten, Pfarrer, Lehrerinnen und Lehrer richtet.

Die Besonderheit der 58 Texte liegt darin, dass sie nicht von einzelnen Autorinnen und Autoren verfasst wurden, sondern durchweg einen längeren dialogischen Entstehungs- und Veränderungsprozess hinter sich haben, an dem immer mehrere Personen beteiligt waren. Über 30 Fachleute aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, Juden und Christen, haben in enger Zusammenarbeit mit den beiden Herausgebern Texte geschrieben, durchgesehen, kommentiert und diskutiert.

Unterstützt wurde das Nachschlagewerk von der Deutschen Bischofskonferenz, der Waldenfels-Born-Stiftung sowie der Buber-Rosenzweig-Stiftung und dem ZdK.

Die Herausgeber hoffen, "dass dieses Buch ein Begleiter für das Bibelstudium sein kann und dass es für alle, die im aufreibenden Alltag der Verkündigungspraxis und des Unterrichts stehen, einen festen Platz auf dem Schreibtisch bekommt: zum schnellen Nachschlagen neben Kalender, Telefon und PC-Tastatur. Damit sich etwas vom Befreienden der jüdisch-christlichen Verständigung weiter herumspricht."

Das Buch kann bestellt werden unter: http://www.patmos.de/von-abba-bis-zorn-gottes-p-8747.html

 

Von Abba bis Zorn Gottes

Irrtümer aufklären – das Judentum verstehen

Herausgegeben von Paul Petzel und Norbert Reck

Im Auftrag des Gesprächskreises Juden und Christen

beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Patmos Verlag 2017

978-3-8436-0887-9

 

Donnerstag, 3. November 2016

ZdK-Präsident Sternberg: "Jerusalem ist die heilige Stadt von drei Religionen"

ZdK-Delegation beendet Israelreise

 

Heute beendet die Delegation des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), bestehend aus Mitgliedern des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK und des Präsidiums, ihre fünftägige Jerusalemreise. Vor dem Hintergrund der jüngsten umstrittenen UNESCO-Resolutionen habe diese Reise die Bedeutung Jerusalems für alle drei abrahamitischen Religionen bekräftigt, betonte der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg.

"Die Bedeutung des Tempelbergs für Juden und Christen darf nicht unterschlagen werden", unterstrich ZdK-Präsident Sternberg. "Auf dem Tempelberg stand bis 70 n. Chr. der jüdische Tempel. Dorthin ist Jesus gepilgert und dort haben die ersten Christen gebetet. Jerusalem ist eine heilige Stadt von drei Religionen. Dies zu verschweigen, ist eine absurde Geschichtsverfälschung. Bis heute ist die Westmauer des Tempelplatzes die heiligste Stätte des Judentums."

Die Weltkulturorganisation UNESCO hatte im Oktober zwei umstrittene Resolutionen angenommen, in denen der für alle drei Religionen, Juden, Christen und Muslime, bedeutende Tempelberg ausschließlich als heilige Stätte der Muslime bezeichnet wird, ohne seine Bedeutung für Juden und Christen zu erwähnen. Auch der jüdische Name der Stätte, auf der sich bis zu dessen Zerstörung durch die Römer im Jahr 70 der jüdische Tempel, zentrales Heiligtum Israels, befand, fehlt. Stattdessen wird ausschließlich der muslimische Name «Al Aksa-Moschee» und «Haram al-Scharif» verwendet.

Im Mittelpunkt der Reise des ZdK-Präsidiums und des Gesprächskreises "Juden und Christen" beim ZdK stand das Anliegen, die Vielfalt des Judentums besser zu verstehen und die Christen im Heiligen Land zu stärken. Die Begegnungen und Gespräche vertieften den Dialog, das Verständnis, das Vertrauen und den gegenseitigen Respekt.

Emotionaler Höhepunkt der Reise war die Kranzniederlegung durch die jüdisch-katholische Delegation in der Gedenkhalle der internationalen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem durch Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg, Dagmar Mensink, der Vorsitzenden des Gesprächskreises, und Rabbiner Edward van Voolen. Dieser sprach für den Gesprächskreis das jüdische Totengebet.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Nostra Aetate ist nicht verhandelbar

Zu jüngsten Berichten über den Stand der Verhandlungen zwischen der katholischen Kirche und der Piusbruderschaft erklärt der Gesprächskreis „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK):

Die Verhandlungen Roms mit der Piusbruderschaft zur Wiederaufnahme in die katholische Kirche lassen uns aufhorchen und machen uns Sorgen. Aus diesem Anlass erklären wir als Juden und Katholiken: Das entschiedene Ja der katholischen Kirche zur Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über das Verhältnis zu den Juden (Nostra Aetate 4), dem die Piusbruderschaft ein entschiedenes Nein entgegen setzt, darf auf keinen Fall zur Disposition gestellt oder abgeschwächt werden. Nostra Aetate ist bei diesen Verhandlungen nicht verhandelbar! Denn dieser Konzilsbeschluss markiert die epochale Wende der katholischen Kirche im Verhältnis zu den Juden.

Im Namen des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)

Prof. Dr. Hanspeter Heinz

Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama

Antisemitismus