Der Synodale Weg

Wie kam es zum „synodalen Weg“?

Von 2011 bis 2015 gibt es als Reaktion auf das Bekanntwerden von Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche einen ersten Gesprächsprozess der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).

Mehr lesen: Abschlussbericht des überdiözesanen Gesprächsprozesses 2011 bis 2015

Am 28. August 2013 wird das interdisziplinäre Forschungsprojekt „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vom Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) offen ausgeschrieben. Ein Konsortium aus Experten mehrerer universitärer Institute in Deutschland erhält den Zuschlag. Die Projektlaufzeit wird vom 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2017 vereinbart, später aufgrund des Umfangs und der Komplexität auf den 30. September 2018 ausgedehnt. Aufgrund der Kürzel der Institutsstandorte der Konsortiumsmitglieder (Mannheim, Heidelberg, Gießen) wird dem Forschungsprojekt das Akronym „MHG-Studie“ verliehen.

Die Ergebnisse der MHG-Studie werden am 25. September 2018 bei der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda veröffentlicht. Am 27. September 2018 erklärt die DBK: „Die für die katholische Kirche spezifischen Herausforderungen wie die Fragen nach der zölibatären Lebensform der Priester und nach verschiedenen Aspekten der katholischen Sexualmoral werden wir unter Beteiligung von Fachleuten verschiedener Disziplinen in einem transparenten Gesprächsprozess erörtern.“


Mehr lesen: Erklärung der deutschen Bischöfe vom 27.09.2018 in Fulda

 

Die Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz vom 11. bis 14. März 2019 im emsländischen Lingen konkretisiert anhand der MHG-Studie die Herausforderungen, vor denen die katholische Kirche steht. Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, nimmt als Gast teil und beschreibt bei der ZdK-Vollversammlung am 10. Mai 2019 die Situation: „Es ging, ausgehend von der Erschütterung durch die Studienergebnisse und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust, um die übergreifenden Fragen nach der Macht in der Kirche, nach der priesterlichen Lebensform und der katholischen Sexualmoral. Es war für mich sehr eindrucksvoll, nach den Referaten der eingeladenen Experten die Bischöfe im Austausch zu erleben. Bei der ganz überwiegenden Mehrheit konnte ich neben einer tiefen Betroffenheit feststellen, dass sie die gegenwärtige Situation als Zäsur wahrnehmen und zu Reformen bereit sind.“

Kardinal Reinhard Marx erklärt in der Abschluss-Pressekonferenz der Lingener Vollversammlung, dass man beschlossen habe, „einen verbindlichen synodalen Weg als Kirche in Deutschland zu gehen, der eine strukturierte Debatte ermöglicht und in einem verabredeten Zeitraum stattfindet und zwar gemeinsam mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken. Wir werden Formate für offene Debatten schaffen und uns an Verfahren binden, die eine verantwortliche Teilhabe von Frauen und Männern aus unseren Bistümern ermöglichen. Wir wollen eine hörende Kirche sein. Wir brauchen den Rat von Menschen außerhalb der Kirche.“

 

Papst Franziskus sendet am 29. Juni 2019 einen Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ gerichtet. Zu diesem Dokument erklären Kardinal Reinhard Marx und Prof. Dr. Thomas Sternberg: „Für den vor uns liegenden Prozess mahnt uns Papst Franziskus zu einer neuen Art des Hörens aufeinander, damit wir uns als Teil der Weltkirche mit aller Kreativität, Spiritualität und Leidenschaft in den Dienst des Glaubens stellen.“

 

Mehr lesen: Erklärung von Kardinal Reinhard Marx und Prof. Dr. Thomas Sternberg

 

Prof. Dr. Sternberg betont bei der Gemeinsamen Konferenz am 5. Juli 2019 die Entschlossenheit des ZdK, den Synodalen Weg partnerschaftlich mitzugestalten: „Vor dem Hintergrund der epochalen Umbrüche und tiefgreifenden Krisen ist die Kirche als Sinn- und Autoritäts-Instanz infrage gestellt. Denn in Zeiten, in denen Menschen unterschiedlicher Denkart auf Suche nach Sinn und Orientierung sind, ausgerechnet in dieser Krise wird unserer Kirche immer weniger vertraut und immer weniger zugetraut. Darüber müssen wir sprechen und Antworten auf die Herausforderungen finden. Und wir müssen handeln!“

Kardinal Marx und Prof. Dr. Sternberg heben hervor, dass der Synodale Weg von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK gemeinsam vorbereitet und getragen würde: „Wir möchten viele Menschen einbinden. Dazu denken wir neben der Gremienarbeit der Synodalforen und der Synodalversammlung an eine Reihe weiterer Veranstaltungen. Dabei soll eine Diskussion mit den Menschen entstehen, um brennende Themen aus Kirche und Welt zu diskutieren. Die ersten drei Themenforen haben bereits ihre Arbeit aufgenommen. Ziel dieser Forumsarbeit ist es, im Herbst erste Zwischenergebnisse zu liefern, um den eigentlichen Synodalen Weg vorzubereiten. Unser gemeinsamer Fahrplan sieht vor, dass wir über die genaue Ausgestaltung des Synodalen Weges im September und November auf den jeweiligen Vollversammlungen von Deutscher Bischofskonferenz und ZdK entscheiden wollen.“

Pressemitteilungen

ZdK-Präsident Thomas Sternberg begrüßt Beschluss zu synodalem Prozess

Donnerstag, 14. März 2019

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, begrüßt den einstimmigen Beschluss der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Lingen, gemeinsam mit dem ZdK einen synodalen Prozess zu den Fragen nach dem Umgang mit Macht in der Kirche, nach der Zukunft der priesterlichen Lebensformen und der Weiterentwicklung der kirchlichen Sexualmoral durchzuführen. 

Die komplette Pressemitteilung und den Brief im Wortlaut finden Sie hier.


 

Papst Franziskus schreibt Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“

Kardinal Reinhard Marx und Prof. Dr. Thomas Sternberg:

„Ermutigung auf dem Synodalen Weg“

Samstag, 29. Juni 2019

Papst Franziskus hat heute (Samstag, 29. Juni 2019) einen Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ gerichtet. Zu diesem Dokument erklären der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg:

„Der Brief von Papst Franziskus an das ‚pilgernde Volk Gottes in Deutschland‘ ist ein Zeichen der Wertschätzung des kirchlichen Lebens in unserem Land und aller katholischen Gläubigen. Wir danken dem Heiligen Vater für seine orientierenden und ermutigenden Worte und sehen uns als Bischöfe und Laienvertreter eingeladen, den angestoßenen Prozess in diesem Sinn weiter zu gehen.

 

Die komplette Pressemitteilung und den Brief im Wortlaut finden Sie hier.


 

ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz

ZdK-Präsident Prof. Dr. Thomas Sternberg und Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz © ZdK/Molitor

Synodaler Weg der katholischen Kirche in Deutschland

Kardinal Reinhard Marx und Prof. Dr. Thomas Sternberg bekräftigen eingeschlagenen Weg

Freitag, 5. Juli 2019

„Die Relevanz von Glaube und Kirche wird aufgrund vielerlei Gründe infrage gestellt wie nie zuvor. Dem wollen wir als Kirche in Deutschland mit dem Synodalen Weg begegnen und Antworten auf die Fragen der Zeit geben.“ Diese Auffassung haben heute (5. Juli 2019) der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg, vertreten. Anlässlich der Sitzung der Gemeinsamen Konferenz von Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz und des ZdK in Bonn erläuterten Kardinal Marx und Prof. Dr. Sternberg bei einem Pressegespräch die Eckpunkte für den Synodalen Weg.

Die komplette Pressemitteilung finden Sie hier.

phoenix vor Ort - Videomitschnitt am 6. Juli 2019 

WDR 5 Morgenecho - Interview am 6. Juli 2019 | Katholische Kirche: "Einmütig meint nicht einstimmig"


 

Die Foren und ihre Teilnehmenden


Forum „Macht, Partizipation und Gewaltenteilung“

  • Prof. Dr. Franz Xaver Bischof, Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit, Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU), München
  • Dr. Christoph Braß, Vizepräsident ZdK, Berlin
  • Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologie, Universität Kassel, Kassel
  • Dr. Michael Feil, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Andrea Fischer, Leiterin des bischöflichen Beraterstabes in Fragen sexualisierter Gewalt im Bistum Hildesheim, Hannover
  • Luisa Fischer, Vorsitzende des Katholikenrats im Bistum Speyer, Mainz
  • Prof. Dr. Manfred Gerwing, Dogmatik, Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Eichstätt
  • Dr. Rainer Gottschalg, ZdK-Generalsekretariat   
  • Bischof Dr. Gregor Maria Hanke, Eichstätt
  • Prof. Dr. Gregor Maria Hoff, Fundamentaltheologie, Universität Salzburg, Mönchengladbach
  • Prof. Dr. Julia Knop, Dogmatik, Universität Erfurt, Erfurt
  • Pater Manfred Kollig SSCC, Generalvikar, Orden, Berlin
  • Prof. Dr. Ulrike Kostka, Diözesancaritasdirektorin, Berlin
  • Dr. Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin ZdK, AGEH e. V., Köln
  • Alina Rafaela Oehler, Journalistin, Memmingen/Allgäu
  • Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Essen
  • Dr. Frank Ronge, Bereichsleiter, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Prof. Dr. Thomas Söding, Exegese, RUB, Bochum
  • Prof. Dr. Tine Stein, Politikwissenschaft, Georg August Universität Göttingen
  • Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Speyer
  • Prof. Dr. Myriam Wijlens, Kirchenrecht, Universität Erfurt

Forum „Sexualmoral“

  • Thomas Andonie, BDKJ-Bundesvorsitzender, Düsseldorf
  • Dr. Hans-Gerd Angel, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode, Osnabrück
  • Bischof Dr. Georg Bätzing, Limburg
  • Weihbischof Herwig Gössl, Bamberg
  • Erzbischof Dr. Heiner Koch, Berlin
  • Prof. Dr. Johannes Brantl, Universität Trier
  • Dr. Hildegard Kaulen, Wiesbaden
  • Wolfgang Klose, Vizepräsident ZdK, Bonn
  • Dr. Martina Kreidler-Kos, Bistum Osnabrück
  • Lisi Maier, BDKJ-Bundesvorsitzende, Berlin
  • Nadine Mersch, SkF-Zentrale, Dortmund
  • Birgit Mock, KDFB, Bonn
  • Dr. Ralph Poirel, Bereichsleiter, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Universität Freiburg
  • Dr. Irme Stetter-Karp, Deutscher Caritasverband, Stuttgart
  • Dr. Hubert Wissing, ZdK-Generalsekretariat
  • Dr. Markus Wonka, Bistum Münster (Vechta)

Forum „Priesterliche Lebensform“

  • Ursula Becker, Gemeinschaft Christlichen Lebens, Aachen
  • Stephan Buttgereit, Geschäftsführer SKM, Mitglied des Vorstands der AGKOD, Haltern am See
  • Bischof Dr. Felix Genn, Münster
  • Bischof Dr. Peter Kohlgraf, Mainz
  • Bischof Wolfgang Ipolt, Görlitz
  • P. Stephan Kessler SJ, Köln
  • Sr. Katharina Kluitmann OSF, Lüdinghausen
  • Dr. Bettina-Sophia Karwath, Beilngries
  • Michaela Labudda, Bundesverband der GemeindereferentInnen und ReligionslehrerInnnen, Unna
  • Paul Metzlaff, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Prof. Dr. Philipp Müller, Mainz
  • Dr. Ralph Poirel, Bereichsleiter, Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn
  • Prof. Dr. Joachim Söder, Mitglied des Vorstands der AGKOD, Schönstatt
  • Lioba Speer, ZdK-Generalsekretariat

Forum „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“

  • Prof. Dr. Birgit Aschmann, ZdK, Berlin
  • Bischof Dr. Franz-Josef Bode (Leitung), Osnabrück
  • Dr. Daniela Engelhard, BGV Osnabrück, Osnabrück
  • Generaloberin Sr. M. Katharina Ganz OSF, Oberzeller Franziskanerinnen, Zell am Main
  • Bischof Dr. Michael Gerber, Fulda
  • Staatsministerin Prof. Monika Grütters MdB, ZdK, Berlin
  • Erzbischof Dr. Stefan Heße, Hamburg
  • Bundespräses Pfarrer Josef Holtkotte, ZdK, Köln
  • Dr. Annette Jantzen, BDKJ, Aachen
  • Generalpriorin Sr. M. Scholastika Jurt OP, Kloster Arenberg, Koblenz
  • Irmentraud Kobusch, Netzwerk Diakonat der Frau, Köln
  • Dr. Ralph Poirel, Sekretariat der DBK, Bonn
  • Dr. Andrea Qualbrink, BGV Essen, Essen
  • Prof. Dr. Dorothea Sattler (Leitung), ZdK, Münster
  • Weihbischof Ludger Schepers, Essen
  • Prof. Dr. Marianne Schlosser, Universität Wien, Wien
  • Pfarrer Christoph Stender, geistlicher Rektor des ZdK, Bonn
  • Prof. Dr. Agnes Wuckelt, kfd, Paderborn