Mittwoch, 27. November 2019

Anlage zum Beschlusstext „Segen schenken – Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare“

Best Practice–Elemente für Segensfeiern

 

Folgende Ausarbeitung zu Segensfeiern in der Altkatholischen Kirche und in der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg hat uns freundlicher Weise Prof. Dr. Benedikt Kranemann zur Verfügung gestellt.

Partnerschaftssegnung im Katholischen Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland, 2014

 

Eröffnung

Begrüßung

Eröffnungspsalm Ps 67,2–8 (in einer Eucharistiefeier: Kyrierufe und Gloria)

Eröffnungsgebet

 

Wortgottesdienst

Erste Lesung

Antwortpsalm

Zweite Lesung

Antwortpsalm

Hallelujaruf

Evangelium

Ansprache

 

Segnung

Befragung resp. Versprechen

Segensgebet

Ausdeutender Ritus: Ringtausch

Danklied

Fürbitten

evtl. Friedensgruß

 

Fortsetzung in einer  Wort-Gottes-Feier:

Gebet des Herrn

 

Fortsetzung in einer  Eucharistiefeier:

Eucharistiefeier

Mahlfeier in der gewohnten Form

 

Segen und Entlassung

 

 

Eröffnungsgebet

-  Betonung der Liebe und Treue Gottes

-  Erinnerung an die Unergründlichkeit Gottes, der Menschen die Liebe zueinander schenkt.

 

Lesungen

-  Im Mittelpunkt der Texte stehen Liebe und Treue, menschliches Miteinander, die Nähe und Liebe Gottes zum Menschen auf seinem Lebensweg, Nächstenliebe als Christuszeugnis, Ermahnung zu Taten der Liebe, die Seligpreisungen, Vertrauen auf Gott.

-  Rut 1,14–17 (mit dem Satz Ruts zu Nóomi „Wo du bleibst, da bleibe auch ich“)

-  1 Sam 18,1b–4 (Bundesschluss Jonatans mit David)

-  Spr 3,3–6; Koh 4,9–12; Jes 43,1–5a; Jes 63,7–9 als erste Lesung

-  Röm 15,1b–3a.5–7.13; Phil 4,4–9; Kol 3,12–17; Hebr 10,22–24.25b als zweite Lesung

-  Mt 5,1–12a; Mt 7,7–12; Mt 7,24–29; Mt 14,22–34; Mt 18,19–20; Lk 22,22–31; Joh 15,9–12; Joh 15,12–17 als Evangelium.

 

Segnung

-  Befragung des Paares, zu deren Beginn verdeutlicht wird, dass die Anwesenden die Bitte um den Segen Gottes mittragen.

-  Erfragt werden der Wille zu gegenseitiger Liebe und gemeinsamem Leben, zur Weitergabe der Liebe an andere und zu immer neuer Annahme des oder der anderen. Es wird nicht erfragt, ob eine Lebensgemeinschaft bis zum Tod versprochen wird.

-  Im Vergleich zur Trauungsliturgie heterosexueller Paare wird ‚Fruchtbarkeit‘ als Fruchtbarwerden der gegenseitigen Liebe auch für andere interpretiert.

-  Die letzte Frage richtet sich an die Anwesenden: Sind sie bereit, das Paar zu unterstützen, sodass in seinem Leben etwas vom anbrechenden Gottesreich sichtbar wird?

-  Die Segnungsfeier besitzt eine gemeinschaftliche und ekklesiale Dimension. In liebevoller Partnerschaft wird die Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar. Sie ist von der Wertschätzung gleichgeschlechtlicher Menschen geprägt.

 

Segensgebete – als „Kernpunkt der Feier“

-  erstes Segensgebet:

  • hebt auf den Menschen ab, der als Abbild Gottes lieben kann, dem von Gott ein neues Herz verheißen worden und in Christus die göttliche Liebe erschienen ist. Die Möglichkeit zur Liebe zwischen dem Paar, das gesegnet werden soll, ist von Gott geschenkt. Das gemeinsame Leben in Freiheit und gegenseitiger Verantwortung wird hervorgehoben. Die kurze Bitte, die durch eine Handausstreckung über das Paar unterstrichen wird, nimmt die Schlüsselworte auf, bittet für das Paar selbst wie dafür, dass sein „Bund“ unter den Menschen eine Wirkung entfaltet. Es geht also nicht allein um das Paar, sondern ebenso darum, dass seine Liebe auf andere wirkt.

-  zweites Segensgebet:

  • betont die Freiheit, die Gott dem Menschen zu seiner Entfaltung schenkt, auch in einer Beziehung.

-  drittes Segensgebet:

  • spricht den „Gott des Bundes“ an, der für die Menschen da ist und sich als naher Gott in Jesus Christus gezeigt hat. Er wird um seinen Segen für das Paar gebeten, damit es in allen Höhen und Tiefen des Lebens bestehen kann.

 

ausdeutender Ritus:

-  Ringtausch. Der Ring soll die Verbundenheit der beiden anzeigen, so das deutende Wort des Vorstehers oder der Vorsteherin. Auch die Paare können zum Ringtausch ein Begleitwort sprechen.

Bausteine aus einem Segnungsgottesdienst für Paare in eingetragener Lebenspartnerschaft, herausgegeben vom Landeskirchenamt der evangelischen Kirche von Westfalen, 2015

 

Gebet und Segen

Dank und Fürbittengebet

Liturge/in: Lebendiger Gott, wir danken Dir für N.N.1 und N.N.2 und ihre Liebe zueinander:

Dir vertrauen wir sie an in guten und schlechten Zeiten.

Wir bitten Dich:

Schenke ihnen ein erfülltes und reiches Leben,

sei bei ihnen in den Stunden der Freude und des Glücks,

Ermutige sie auch in schweren Zeiten, sich gegenseitig zu tragen,

und gib ihnen die Kraft, immer wieder zueinander zu finden.

Liedvers Erleuchte und bewege uns

Gütiger Gott, wir bitten Dich:

- für die Eltern, Angehörigen und Freunde der beiden

- für alle, die ihren Lebensweg begleiten

- für alle, die ihre Liebe nicht frei leben können.

Sei Du mit Deiner Kraft und Hilfe bei ihnen allen.

Liedvers Erleuchte und bewege uns

Gerechter Gott, wir bitten Dichfür alle Gegenden unserer Welt,

in denen Unfriede herrscht.

Besonders denken wir heute vor Dir an (aktuelle Fürbitte einfügen)

Werde Du sichtbar auf Deiner Erde.

Dein Friede erfülle unsere Herzen und die ganze Welt.

Liedvers Erleuchte und bewege uns

Alle: Amen.

 

Vater unser

Lied / Musik

Übergabe einer Bibel

Segen

Liturge/in: Der Herr segne und behüte Euch

Gott schenke Euch Freude am Leben, Hoffnung für alles Kommende und Kraft zum Lieben.

Gottes Geist begleite Euch auf all Euren Wegen.

Alle: Amen. 

 

Auszug mit Orgelnachspiel / Musik

Glockengeläut

 

Folgende Ausarbeitung (in Auszügen) hat uns freundlicher Weise die AG Paare.Riten.Kirche der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (AKF) e.V. zur Verfügung gestellt.

Zur Einordnung: Die AG der AKF setzt sich mit der Begleitung von Paaren auseinander, denen die katholische Trauung derzeit nicht offensteht oder die sich aus unterschiedlichen Gründen für eine sakramentale Trauung (noch) nicht disponiert fühlen. Sie entstand aus einer Initiative der Bundeskonferenz der Ehe-, Familien- und Alleinerziehendenpastoral 2018. Seit Januar 2019 ist sie offiziell eingesetzt. Sie ist, ähnlich wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), ein wichtiger Knotenpunkt in der aktuellen Bearbeitung dieser Thematiken. Sie vernetzt u.a. die Bundesarbeitsstellen für Frauen- und Männerseelsorge, den Familienbund der Katholiken, den Arbeitskreis Homosexuellenpastoral auf Bundesebene, sowie die Initiativen Homosexuelle und Kirche (HuK) und das Netzwerk katholische Lesben (NKaL) sowie an den Fragen interessierte Diözesen.

Die AG hat sich neben der Herstellung von Kommunikationsräumen und Informationsfluss vorgenommen, aus der bundesweit existierenden Praxis Beispiele zusammenzustellen, um so einen besseren Überblick über den Status quo zu erhalten. Dabei sollte es um gottesdienstliche Feiern für ein einzelnes Paar gehen, die einmaligen Charakter haben. Allgemeine und/oder sich wiederholende Angebote (beispielhaft Valentinsgottesdienste für Paare) wurden entsprechend nicht berücksichtigt. (…) Für dieses flankierende Paper wurden relevante Kennzahlen herausgearbeitet und um Einordnungen und Interpretationen der Untergruppe Sammlung erweitert. Diese besteht aus Stefan Diefenbach (Frankfurt), Lucia Lang-Rachor (Würzburg), David Walbelder (Bonn) und Barbara Wolf (Mainz). Das Paper soll helfen Tendenzen der Sammlung aufzuzeigen und Spuren zu zeichnen, welche die Sammlung für den bestehenden Diskurs anknüpfungsfähig machen.

Gottesdienstliche Feiern für Paare, die ihre Beziehung unter Gottes Segen stellen wollen, denen die katholische Trauung derzeit nicht offensteht oder die sich (noch) nicht dafür disponiert sehen 

Die Einsendungen allgemein

Die Sammlung besteht aktuell aus 32 Beispielen. Einige davon (in etwa ein Drittel) sind bereits an verschiedenen Orten frei verfügbar. Der Rest wurde uns vertraulich zur Verfügung gestellt. 17 der Beispiele haben gleichgeschlechtliche Paare als klare Zielgruppe benannt, 11 richten sich an wiederverheiratet geschiedene Paare und zwei Beispiele an Paare, die sich selbst (noch) nicht für eine katholische Trauung disponiert fühlen oder sich bewusst dagegen entschieden haben. Zwei der Beispiele sind in ihrer Zielgruppe offen.

Der liturgische Rahmen der Einsendungen

Für Segensfeiern lassen sich zwei Grundtendenzen konstatieren. Einerseits ist eine gottesdienstliche Begleitung auch Anerkennung einer Realität durch die Institution Kirche. Gleichgeschlechtliche, Wiederverheiratet Geschiedene und sich (noch) nicht-disponiert fühlende Paare, die trotz häufig erlebter und lehramtlich kommunizierter Zurückweisung eine solche Begleitung durch die Institution Kirche suchen, sind entsprechend häufig kirchennah eingestellt (Teil des sogenannten „Inner Circle“). Sie kennen und schätzen die klassischen liturgischen Formen der katholischen Kirche und knüpfen entsprechen eng an sie an.

Die zweite Grundtendenz ist die Nutzung der Freiheit: Für wen keine Formen vorgesehen sind, kann sich von etwaigen Vorgaben, die von klassischen Brautpaaren mitunter als eng wahrgenommenen werden, frei entfernen und nach eigenem Gusto einen Ritus entwickeln. Ein solches Angebot wird außerhalb der kirchlichen Trauung häufig von freien Traurednern zur Verfügung gestellt und angenommen.

Die Einsendungen der Sammlung legen deutlich die erste Grundtendenz nahe. 21 der 32 Einsendungen liegt, wenn auch teils mit kleinen Abweichungen, eine klassische Wort-Gottes-Feier zugrunde, einer weiteren eine Eucharistiefeier. Zwei Drittel verwenden also traditionelle katholische Liturgie. Von den zehn verbleibenden freien Formen setzen acht wesentliche Teilelemente einer Wortgottesfeier (beispielweise Lesung/Evangelium, Homilie, Psalmen, Fürbitten und/oder Vaterunser) ein. Lediglich zwei Einsendungen verwenden die gottesdienstlichen Elemente völlig frei. Einige Rückläufe auf die Umfrage, mit denen dann entsprechend keine Einsendung einherging, beschrieben, dass die jeweiligen Personen den katholischen Trauritus verwenden und diesen lediglich anlassgemäß leicht abwandeln. Innerhalb der Einsendungen ist vor allem bei den Entwürfen für wiederverheiratet Geschiedene eine große Nähe zum Ritus einer sakramentalen Trauung vorhanden.

Trotz der Tendenz zu klassischen Formen zeigen die eingesendeten Entwürfe insgesamt eine große Bandbreite: Dies reicht von einer Kurz-Liturgie auf dem Standesamt (Lesung-Vaterunser-Segensgebet über das Paar-Segensgebet über die Anwesenden) auf der einen Seite bis hin zur Einbettung der Paarsegnung – samt Eheversprechen und Ringsegnung – in die Eucharistiefeier am Sonntag auf der anderen.

Fast alle Entwürfe sehen die Leitung der Liturgie durch einen Priester, Diakon oder Pastorale*n Mitarbeiter*in vor. Nur einige wenige verzichten – teilweise bewusst – darauf.

Da gleichgeschlechtliche und wiederverheiratet geschiedene Paare, die um einen Segen bitten, um die Problematik dieser Feier wissen, suchen sie oft eigene Formulierungen, um die Bedeutung ihrer Verbindung und des Partners vor Gott und der Gemeinde zum Ausdruck zu bringen. Wenn Paare sich gegenseitig segnen (siehe Kapitel „Segen“) geschieht das häufig, um Schwierigkeiten für das beteiligte kirchliche Personal (Priester, Diakon, Pastorale*r Mitarbeiter*in) zu vermeiden. Hauptamtliche, die die Liturgie leiten, segnen dann gegebenenfalls alle Anwesenden. Ein von den Paaren vorgetragenes (Treue-)Versprechen gehört fast immer dazu.

Ort der Feier

Die große Tendenz zur traditionellen Form zeigt sich auch bei der Wahl des Ortes. Viele Brautpaare, die sich katholisch trauen lassen, könnten sich dafür auch Orte außerhalb der Kirche vorstellen. Kolleg*innen in den Diözesen berichten immer wieder von Anfragen von Brautpaaren zu Hochzeiten außerhalb von Kirchen, die sie dann verneinen. Eine Tendenz zu derartigen Wünschen legt die Sammlung definitiv nicht nahe. In 23 Fällen ist eine Kirche als Ort vorgesehen bzw. verwendet worden. Zwei sind diesbezüglich unspezifisch und lediglich sieben gehen von anderen Orten (zum Beispiel Standesamt, Wohnhaus des Paares oder einem Weg durch Weinberge) aus. Vermutlich gibt es in der Realität bei letzterem noch eine weitaus größere Bandbreite, wie z.B. Strand oder Berge, also letztlich Lebens-, Lieblings- oder Sehnsuchtsorten des Paares. Diese finden sich allerding nicht in der Sammlung belegt.

Der Trend kann so interpretiert werden, dass die Feier bewusst an dem Ort stattfindet, der dem Paar, nicht zu verwechseln mit den Einzelpersonen, aus denen es besteht (!), eigentlich verwehrt ist. So könnten Paare dies auch als Teil einer Wiedergutmachung des durch die Institution Kirche zugefügtem Leid erleben. Ebenso kann es Ausdruck des Glaubens sein, dass diese Segensfeier für eine Lebenswende an dem Ort stattfindet, an dem die Gemeinde sich versammelt, damit der Segen nicht „in der Luft hängt“, sondern von den Schwestern und Brüdern mitgetragen wird. Zudem hat mit Taufe, Firmung, Eucharistie das liturgisch-sakramentale Leben zum großen Teil in der Kirche als Gebäude seinen Ort.

Symbol

Den dem Anlass entsprechend besonderen Charakter erhalten die gottesdienstlichen Formen, wie üblich, durch besondere Symbole und einen Segen für das Paar. Hier werden mitunter mehrere Symbole verwendet beziehungsweise das vorherrschende Symbol war nicht eindeutig erkennbar. Entsprechend kommt die Aufzählung addiert auf mehr als 32 genannte Symbole. Die meisten Einsendungen (12) sehen die Ringe in klassischer Form als Symbol vor. Sie werden gesegnet, mit Kommentar getauscht oder ohne Kommentar angesteckt. In den Einsendungen mit der Zielgruppe wiederverheiratet Geschiedene sind die Ringe als Symbol seltener zu finden, als bei den anderen Zielgruppen.

Die nächsthäufigeren Symbole sind Kerzen (9) und Hände des Paares (2). Einige Einsendungen stellen das gottesdienstliche Format unter ein bestimmtes Thema oder verwenden eine bestimmte Metapher, die sich dann auch in der Symbolik zeigt. Hierunter finden sich dann (jeweils einzelne Nennungen): Weihwasser, Wasser, ein Stein, Weihrauchkörner, Symbole der Paargeschichte oder ein Schmetterling. Hier scheint der Fokus darauf zu liegen, einen thematischen Faden zu finden, der nicht mit einem traditionellen Symbol der Eheschließung verbunden ist. Neun Einsendungen verwenden kein hervorgehobenes Symbol. Sowohl bei diesen als auch bei den Entwürfen ohne Ringe als Symbol geht das Augenmerk der Feier insgesamt tendenziell stärker in Richtung Segen.

Segen

In der Diskussion um die Begleitung dieser Partnerschaften ist häufig insbesondere deren Segnung Dreh- und Angelpunkt der Diskussion. Diesen diffizilen Aspekt umgehen einige Einsendungen, indem nicht der / die Vorsteher*in der Feier den Segen über das Paar spricht: In zwei Einsendungen sprechen sich nur die beiden Partner*innen einen Segenstext zu. In vier Fällen spricht die Gemeinde mit dem Paar ein Segensgebet. Eine weitere Einsendung sieht verschiedene einzelne Sprecher*innen für den Segen vor.

In der überwiegenden Zahl der Entwürfe (24) spricht aber der/die Leiter*in der Liturgie den Segen über das Paar, zum Teil mit einer begleitenden Geste (beispielsweise Hände über das Paar, Orantenhaltung oder Hände auf den Kopf). Häufig kommen noch weitere Segnende hinzu und es gibt eine Mischung aus Segen, Fürbitte, Versprechen, Segen der Angehörigen und Freunde oder guten Wünschen.

Gesegnet wird in den meisten Fällen das Paar – in einem Drittel der Einsendungen bittet es darum. Daneben stehen Entwürfe mit gesegneten Kerzen (7) oder dem Segen über ein Haus oder eine (neue) Familie. Hier scheint es Ziel zu sein, den Fokus weg vom Paar selbst und auf einen begleitenden Sachverhalt zu lenken.

Insgesamt gibt es eine große Bandbreite, von der alleinigen Segnung der Kerze bis zu Segnung der Verbindungskerze und dem Paarsegen mit Handauflegung in der gleichen Feier.

(…)

Bestätigungs- oder Initiationsritual?

(Kirchlichen) Trauungen wird insgesamt eine vollzogene Entwicklung von einem Initiationsritual hin zu einem Bestätigungsritual attestiert. Paare, die sich trauen lassen, haben in der Regel schon eine vergleichsweise lange Historie als Paar und wohnen meist bereits einige Zeit zusammen. Eine Eheschließung wird also eher als Bestätigung und Verstetigung der eigenen Beziehung verstanden. Dies hat entsprechende Implikationen für die Perspektive auf eine kirchliche Trauung. Im Zusammenhang der Sammlung und dieses Papers soll der Blickwinkel der Frage, ob es sich bei den Einsendungen eher um Bestätigungs- oder Initiationsrituale handelt, etwas verschoben werden. So ist hier eben nicht die Beziehungsdauer oder deren Intensität gemeint. Die Frage lautet stattdessen, ob die Entwürfe auf einem vorangegangenen Schritt, beispielhaft einer eingetragenen Lebenspartnerschaft oder einer standesamtlichen Trauung, aufbauen und diesen bestätigen ( = Bestätigungsritual) oder ob sie selbst die Verfestigung der Partnerschaft ohne kürzlich vorangegangen Anlass initiieren und entsprechend eine Initiationsritual sind.

Die Entwürfe lassen eine trennscharfe Einordnung nicht immer zu. Dennoch gibt es eine klare Tendenz zum Bestätigungsritual. Neben der standesamtlichen Trauung oder der eingetragenen Lebenspartnerschaft kann das vorangegangene Initial auch ein gemeinsames neues Haus sein. Dennoch enthalten einige Beiträge Formulierungen, die der Feier einen initiierende Charakter nahelegen: „Es ist ihnen wichtig, mit Gott die Ehe zu beginnen…“ (Nr. 03 in der Sammlung); „…wollen heute Hochzeit feiern…“ (Nr. 11 in der Sammlung); „So beschließt jetzt vor Gott eure Lebensgemeinschaft…“ (Nr. 17 in der Sammlung); „Ich frage dich: Möchtest Du diesen Weg mit mir gehen?“ (Nr. 27 in der Sammlung). Viele Einsendungen signalisieren also durchaus, dass durch die entsprechende Feier selbst etwas Neues beginnt und nicht nur etwas bestätigt oder noch einmal gefeiert wird. Ein Entwurf heißt sogar ganz explizit „Segensfeier zu Beginn einer Lebenspartnerschaft“ (Nr. 28 in der Sammlung).

Kontextuelle Einordnung und Ausblick

Die eingesendeten Beispiele belegen einerseits eine große Vielfalt in der bestehenden Praxis. Das wird nicht nur anhand der oben genannten und eingeordneten Kennzahlen deutlich, sondern auch in den verschiedenen Texten, die mit hoher Wertschätzung auf die individuellen Situationen der Paare eingehen.

Andererseits zeigen sie auch, wie stark und konstant die katholische Liturgie selbst in Situationen verwendet wird, die bei ihrer Entwicklung noch gar nicht im Blick sein konnten. Es besteht eine klare Tendenz zur Nutzung und zur bewahrenden Weiterentwicklung bestehender liturgischer Elemente. Traditionelle Kernelemente werden mit großer Selbstverständlichkeit einbezogen und entweder durch individuelle Elemente erweitert oder anderweitig auf die besondere Situation der Paare angepasst. Bei der Sammlung handelt es sich selbstverständlich nur um einen Ausschnitt, der durch die Struktur der AG und der Untergruppe Sammlung zusätzlich bedingt ist. Zudem existieren viele Beispiele, die nicht verschriftlicht wurden – das wurde aus den Rückläufen deutlich – oder deren Urheber*innen nicht um unsere Sammlung wissen.

Die Sammlung ist ein erster Aufschlag, der kirchlich-liturgische Praxis in einer großen Bandbreite darstellt und Spuren und Tendenzen erkennen lässt. Eine ausgiebige theologische, insbesondere liturgiewissenschaftliche, Betrachtung der Beispiele und der hier gezogenen Schlüssen steht, ebenso wie eine Entscheidung über die weitere Verarbeitung der Sammlung, noch aus.


Folgende Elemente hat uns freundlicher Weise Prof. Ewald Volgger zur Verfügung gestellt.

Entwurf zur Diskussion auf der Fachtagung „Benediktion von Männer und Frauenpaaren“, Linz / Österreich am 18. Mai 2019 (in Auszügen); wird demnächst erscheinen im Rahmen des liturgietheologischen und die Feier begründenden Beitrages in Ewald Volgger; Florian Wegscheider, Benediktion von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, Regensburg: Pustet 2020.

Die Feier der Benediktion

Eröffnung

            Einzug

            Kyrie

            Gloria – Hymnus

            Tagesgebet / Eröffnungsgebet

Wort-Gottes-Teil

            Lesungen und Gesänge zu den Lesungen

            Homilie

Benediktion

            Befragung

            Versprechen

            Feierliches Segensgebet (benedictio)

Überreichung der Ringe

Eucharistiefeier / Antwort der Gemeinde (WGF)

Abschluss

 

Feierliches Segensgebet

Gott und Herr, Schöpfer des Lebens und Quelle der Liebe,

zu Dir erheben wir unseren Lobpreis.

Du hast den Menschen nach deinem Bild geschaffen

und ihn befähigt, ein Bild deiner Liebe und Treue zu sein.

Durch dein Wort und die Propheten hast du dein Volk gelehrt,

das Herz nach deinem Willen zu gestalten

und dich und den Nächsten zu lieben wie sich selbst.

In deiner väterlichen Sorge und mütterlichen Liebe

begleitest du den Weg der Menschen

und förderst das Gute in ihren Herzen.

Du hast deinen Sohn in die Welt gesandt

und den Menschen ein Beispiel deiner Liebe gegeben.

Wo Menschen sich vom Weg der Güte und Liebe abwenden,

führst du sie auf deinen Weg zurück.

Wo Hass und Eigennutz um sich greifen,

heilst du das menschliche Herz in der Kraft deines Geistes.

Du hast Mann und Frau zur Gemeinschaft berufen

und rufst auch Männer und Frauen,

einander in Liebe zugetan,

ihren Lebensweg in Freundschaft zu gehen.

Du nährst die Sehnsucht der Liebenden.

einander Halt und Stütze zu sein.

Wo Menschen füreinander Sorge tragen,

zueinanderstehen und verzeihen

des anderen Last tragen,

wird deine Treue zu uns sichtbar.

 

 

Schau nun gnädig auf N. und N.

mit denen wir dankbar vor dir stehen

denn du hast sie zusammengeführt,

ein Zeichen deiner Liebe zu sein.

Sende auf sie die Gnade des Heiligen Geistes

und sei du selbst ihr Schutz vor allem Bösen.

Bestärke die Absicht ihrer Herzen,

damit sie in ihrer gegenseitigen Treue wachsen und reifen

und in Zuversicht ihren Weg gehen.

Möge ihre Liebe immer reichen werden

an Einsicht und Verständnis.

Hilf ihnen, ein Beispiel christlichen Lebens zu führen

und Verantwortung in der Welt zu übernehmen.

Schenke ihnen Offenheit für andere Menschen

und die Kraft, fremde Not zu lindern.

Am Ende ihres Weges führe sie in die Gemeinschaft deiner Heiligen,

zu dem Fest ohne Ende, das du denen bereitest,

die dich lieben.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,

unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und wirkt in alle Ewigkeit.

A Amen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folgende Bausteine für Segensfeiern hat uns freundlicher Weise Pfarrer Christoph Simonsen zur Verfügung gestellt.

Gebet

GL: Wir wollen beten für N.N.1 und N.N.2, die heute vor Dich hin treten möchten, guter Gott, um sich unter deinen Segen zu stellen. Lass sie miteinander ihr Glück suchen, indem sie sich in deiner Liebe einander zuwenden. Die Entscheidungen, die ihnen auferlegt werden, mögen sie gemeinsam erarbeiten und schmerzhafte Augenblicke mögen sie zusammen tragen. Wenn ihr gemeinsamer Weg  schwer wird, lass diejenigen, die ihnen freundschaftlich verbunden sind, bei ihnen sein. Und so beten wir auch alle, die sie als Zeuginnen und Zeugen  ihres Versprechens heute  eingeladen haben. Wir bitten dich, gütiger Gott, mehre Zuneigung, Vertrauen und Fürsorge füreinander und schenke allen ein erfülltes Leben. Darum bitten wir...

 

Zuspruch

Liebe/r NN.1 und N.N.2, ihr habt euch füreinander entschieden. Eure Liebe ist keine Verbundenheit im abgeschlossenen Raum; vielmehr möchte sie leben und blühen im Miteinander eurer Familien, mit euren Freundinnen und Freunden, ja: in Verbundenheit mit der ganzen Welt. Jede Liebe zwischen Menschen ist eine Hoffnung für diese Welt.

Und so wollen wir bitten: Du Schöpfer Gott, sei du der Grund, ein lebenslanges Fest zu feiern. Bleibe du Friede, Freude und Herrlichkeit für das Miteinander von ..... Erfülle alle Welt durch ihre Liebe mit Segen und stärke die Menschen in der Hoffnung, dass nur die Liebe der Welt das Leben gibt. Darum lasst uns jubeln, singen und uns freuen. Amen!

 

Segen

Gott segne euch und schütze euch vor allem Unheil. Nie sollt ihr euch verlassen fühlen und widrigen Umständen ausgesetzt sein. Alle Zeit seien euch gute Menschen zur Seite gestellt.

Er lasse sein Antlitz über euch leuchten, sei euch gnädig und schenke euch reichlich Erbarmen. Er schenke euch offene Augen und Ohren, auf dass ihr alle Zeit die guten Taten und Wunder des Schöpfers erkennt in den unscheinbaren Dingen eures Alltags.

Er gebe euch Kraft und Mut, eure eigenen Wege zu gehen, den für euch bestimmten Weg zu suchen und zu finden. Er mache euch frei von allen inneren Zwängen.

Er schenke euch Frieden und Zuversicht. Ablehnung soll euch nicht erschrecken oder gar betäuben. Angst soll nicht euer ständiger Begleiter sein.

Er schenke euch ein fröhliches Herz, ein Lächeln auf euren Lippen, ein Lachen, das andere mitreißt und frei macht, und die Gabe, euch selbst nicht zu ernst zu nehmen und auch über euch selbst lachen zu können. In dunklen Stunden sende er euch einen Engel, der euch leitet; in Traurigkeiten einen Menschen, der euch tröstet.

Er schenke euch genügend Ruhe. Herausforderungen sollen euch nicht fehlen, zündende Ideen und umwerfende Überraschungen gebe er euch als Zutaten. Mit seinem Segen sei er euch alle Zeit nahe, umgebe euch mit seinem Beistand, auf dass ihr wachsen und reifen könnt und eure Wege findet.

So bewahre euch Gott, der euch ins Leben rief und will, dass ihr lebt und glücklich seid:

Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist, Amen!

 

Gebet

Gott, du führst uns heute in ungeahnte Weiten. In dieser Stunde, da  N.N.1 und N.N.2 vor dir stehen, um deinen Segen zu erbitten, da führst du alle Liebenden und natürlich heute in besonderer Weise N.N.1 und N.N.2 mit ihren Herzen auf einen hohen Berg. Ein langer Weg ist schon beschritten; manch steiler Hang überwunden und der Blick in den Himmel scheint grenzenlos.

Wer liebt, der vertraut der ausgestreckten Hand, um waghalsige Wege zu gehen; wer liebt, der vertraut dem Versprechen, Wärme und Licht, Weitblick und Staunen erfahren zu dürfen;

wer liebt, vermag Angst zu überwinden und Überraschungen wert zu schätzen. Und wer liebt, der erschrickt nicht, wenn am Ende eines erreichten Plateau ein neuer ungewisser Hang im Wege steht. Wer liebt, der lässt sich ein auf das Leben: das ungewisse, unerfahrene, ungelebte Leben.

Ja, Gott, du führst  N.N.1 und N.N.2 in ungeahnte Weiten. Gemeinsam vertrauen sie dir; und du, Gott, du traust ihrer Liebe. Grund genug, zu danken und zu hoffen ein Leben lang. Amen!

 

Segen

Der Segen Gottes ist die Liebe, die euch, N.N.1 und N.N.2, miteinander verbindet und die Freude, die wir alle auf dieser Erde, untereinander und aneinander haben.

Der Segen Gottes ist die Phantasie und die Lust, die euch zwei beflügelt und uns alle bereichert; er ist wie der Friede, der uns alle zufrieden und glücklich miteinander leben lässt.

Der Segen Gottes ist die Sorge, die euch sorgsam macht und uns alle wach hält wie auch die Kraft, die uns das Leid, das wir bekämpfen auch notfalls geduldig ertragen lässt.

Der Segen Gottes ist die Gemeinschaft unter uns und mit Gott, die uns trägt.

Der Segen Gottes ist die Zuversicht und der Glaube an uns selbst/und die Hoffnung auf Gott, der uns zur Vollendung führen wird.

Dieser Segen Gottes möge sich auf euch legen. Und die Ringe, die ihr tragen werdet, mögen ein immerwährendes Zeichen der Erinnerung bleiben an diesen Segen: Des Vaters, der uns erschaffen hat, des Sohnes, der uns erlöst hat und des Heiligen Geistes, der alles durchwirkt und belebt. Amen.

 

Folgende Elemente einer Segensfeier hat uns freundlicher Weise Petra Dankova zur Verfügung gestellt.

 

„Die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht.“

 

Begrüßung

Liturgische Eröffnung

Lied „Lobpreise meine Seele den Herrn“

Einführung

Gebet

Kurze Besinnung

Kyrie

Lesung: 3 Kol 3, 12-17

Lied „Ruah“

Lied: irisches Halleluja

Evangelium Joh 15, 1-17

Einführung zu den Fürbitten

Fürbitten: Thema nach dem Text der Lesung

Ansprache

Treueversprechen

Kerze

Lied „Auf dem Weg“

Segensgebet

Segen

 

Lesungstext

Kolosser 3, 12 - 17: Ihr seid von Gott geliebt, seid seine auserwählten Heiligen. Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde, Geduld! Ertragt euch gegenseitig und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat, so vergebt auch ihr! Vor allem aber liebt einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als Glieder des einen Leibes. Seid dankbar! Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit! Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie sie der Geist eingibt, denn

ihr seid in Gottes Gnade. Alles, was ihr in Worten und Werken tut, geschehe im Namen Jesu, des Herrn. Durch ihn dankt Gott, dem Vater.

 

Evangelium

Johannes 15, 1 - 17: Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater ist der Winzer. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt. Ihr seid schon rein kraft des Wortes, das ich zu euch gesagt habe. Bleibt in mir und ich bleibe in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so auch ihr, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen. Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer und sie verbrennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten. Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet. Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot, dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe. Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage. Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe. Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet. Dies trage ich euch auf, dass ihr einander liebt.