Dienstag, 11. Juni 2013

"Aus dem Zusammenprall verschiedener Meinungen strömt immer neues Licht."

Aus Anlaß seines 50. Todestages am 3. Juni 1963 erinnert das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an den seligen Papst Johannes XXIII.

Seit dessen Tod am 3. Juni 1963 sind in diesem Juni 50 Jahre vergangen. Anlässlich dieses Ereignisses betont Hans-Georg Hunstig, der Sprecher für pastorale Grundfragen des ZdK: "Die Einberufung des Zweiten Vatikanischen Konzils stellt Johannes XXIII. in die erste Reihe der Päpste der Neuzeit. Seine Person und sein Wirken sind heute in der Kirche vor allem auch durch das wirklich neue, von ihm in der kurzen Zeit seines Pontifikats geprägte menschliche Papstbild präsent. Ein wichtiger Grundzug seines Auftretens war seine natürliche Herzlichkeit, mit der er das Gespräch auf Augenhöhe suchte. Ich erinnere mich zu gut daran, wie er uns Jugendliche damals mit seiner Menschenfreundlichkeit als der 'Papa Buono' in unserem Glauben angesteckt hat."

Mit dem Konzil habe eine Ära des Dialogs mit anderen Religionen und Nichtgläubigen begonnen, aber auch mit den Kontrahenten im damaligen "Kalten Krieg". Der Satz von Johannes XXIII. "Aus dem Zusammenprall verschiedener Meinungen strömt immer neues Licht" sei typisch für seine Geisteshaltung, so Hunstig. In seiner Person habe er die Treue zur Tradition und den Mut zur Erneuerung der Kirche verkörpert. "Heute haben wir oft unversöhnliche Fronten im kirchlichen Leben, während das Wirken dieses Papstes in lebendigem Austausch stattfand. Mit festem Halt in der Überlieferung zeigte er sein Gespür für die Herausforderungen einer neuen Zeit und seine Bereitschaft, Neues zu wagen. Der 'Roncalli Papst' hatte seine bejahende Einstellung zur Welt und zum Heute aus seiner dialogischen Beziehung zu Christus", so der ZdK-Sprecher.

Wie ein roter Faden ziehe sich die Grundüberzeugung durch seine geistlichen Tagebücher: Wer wirklich glaubt, der braucht keine Angst vor Wandlung und Veränderung zu haben, keine Angst vor dem 'Aggiornamento'. Hunstig erinnert an die Worte dieses Papstes  bei einer Audienz, die diese Offenheit für Wandlung aus dem Glauben heraus festhalten: "Darauf kommt es an: sich immer zu bewegen, sich nicht in eingefahrenen Gewohnheiten auszuruhen, sondern immer auf der Suche nach neuen Kontakten zu bleiben, immer aufgeschlossen zu sein für die berechtigten Forderungen der Zeit, in der wir zu leben haben, damit Christus auf jede Weise verkündet und erkannt wird."

"Das Wort 'Aggiornamento' verstehe ich so, dass wir die Botschaft des Evangeliums verheutigen, ja 'auf den Tag bringen'. Als ZdK rufen wir auf, 'Aggiornamento' als ein Tätigkeitswort aufzufassen. So könnte die Kirche neu für einen Dialog zwischen der Welt und der Menschenfreundlichkeit Gottes, für eine wirklich heilende, bestärkende und herausfordernde Begegnung mit ihm wirken. Wir wünschen uns in diesen Sinne auch einen Schub für den derzeitigen Weg des Dialoges, den wir in Deutschland unter der Überschrift 'Im Heute glauben' in unserer Kirche gehen", so der ZdK-Sprecher.