Donnerstag, 21. Dezember 2023

„… und Friede auf Erden“: ZdK betont Universalität der Weihnachtsbotschaft

Aus Anlass des Weihnachtsfestes erinnert die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Dr. Irme Stetter-Karp, an die Universalität der Weihnachtsbotschaft. Es ist wichtig, daran zu denken, dass die drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam der Wunsch nach Frieden verbindet. Die Botschaft der Engel auf dem Feld ist universell. Sie ist an alle Menschen gerichtet, dieGottes Wohlgefallen finden.Die ZdK-Präsidentin wirbt gemeinsam mit den Vorsitzenden der Gesprächskreise „Juden und Christen“ und „Christen und Muslime“ beim ZdK für ein friedliches Zusammenleben und ein beharrliches Engagement im interreligiösen Dialog.  

Der Wunsch nach Frieden steht im Zentrum der christlichen Weihnachtsbotschaft, sagt Stetter-Karp. „Doch dieser Wunsch gilt nicht nur den Christinnen und Christen. Die überlieferten Erzählungen zur Geburt Jesu machen deutlich, dass Jesus in ein jüdisches Umfeld hineingeboren wird. Zugleich aber tauchen - etwa mit den drei Weisen aus dem Morgenland – Personen auf, die anderen Religionen und Kulturen angehören. Die Botschaft der Engel auf dem Feld ist an alle Menschen gerichtet, die, so sagt es der Text, Gottes Wohlgefallen finden. 

DieSorge um den Frieden auf Erden richtet sich momentan auch auf die Region, in der Jesus geboren wurde. Dagmar Mensink, Vorsitzende des Gesprächskreises „Juden und Christen“ beim ZdK, beschreibt den 7. Oktober, an dem die Hamas mehr als 1200 Juden und Jüdinnen ermordet hat, als einen Zivilisationsbruch. Sie führt weiter aus: Auch in Deutschland erleben wir seitdem eine Zunahme antisemitischer Übergriffe, die mich erschüttert. Wir stehen fest an der Seite unserer jüdischen Freunde und Freundinnen, die hierzulande um ihre Sicherheit fürchten.“ Die Präsidentin des ZdK betont, sie sei dankbar dafür, dass die beiden Gesprächskreise „Juden und Christen“ sowie „Christen und Muslime“ den perfiden Angriff auf Jüdinnen und Juden in Israel und die erschreckende Zunahme antisemitischer Übergriffe in Deutschland so eindeutig verurteilt hätten. Prof. Anja Middelbeck-Varwick, die dem Gesprächskreis „Christen und Muslime vorsitzt, bekräftigt: „Wir wissen uns den Menschen in Israel und Palästina und denen, die weltweit um einen dauerhaften Frieden in der Region ringen, im Gebet verbunden.“ 

Rabbiner Prof. Andreas Nachama, der mit Dagmar Mensink gemeinsam den Vorsitz des Gesprächskreises „Juden und Christeninnehat, betont die Bedeutung des interreligiösen Dialoges mit Blick auf das Zusammenleben von Juden, Christen und Muslimen in Deutschland. Angesichts der pro-palästinensischen Demonstrationen, bei denen es zu antisemitischen Äußerungen kam, stellt er klar, dass es falsch sei, Muslimen pauschal Gewaltbereitschaft zu unterstellen. Nachama betont weiter: „Muslime und Juden werden gleichermaßen von Rechtsextremen antisemitisch oder rassistisch bedroht.“ 

Beide Gesprächskreise sind mit der ZdK-Präsidentin darin einig, dass auch im neuen Jahr das Engagement gegen erstarkende rechte Bewegungen in Deutschland fortgesetzt werden muss.Das Weihnachtsfest setzt mit seiner universellen Friedensbotschaft ein deutliches Zeichen“, so Stetter-Karp. „In einem Land, das sich auf christliche Werte beruft, kann und darf es deshalb keine Diskriminierung von Menschen, die einer anderen Religion angehören, geben.“ 

Gerade angesichts des Unfriedens in der Welt dürfe die weihnachtliche Friedensbotschaft keine Utopie bleiben. Stetter-Karp betont: „Diese Botschaft braucht Menschen, die sie über die Grenzen von Religionen und Kulturen hinweg mit Leben füllen und die sich täglich in ihrem Umfeld Vorurteilen und Hass entgegenstellen. Sie braucht Menschen des Dialogs, die in ihrem Wunsch nach Frieden verbunden sind und gemeinsam für diesen Friedeneinstehen. Heute mehr denn je.