Freitag, 12. Februar 2021

Europäische Lösung honorieren, globale Verantwortung übernehmen

Zur Kampagne der Europäischen Bewegung Deutschland für mehr europäische Koordinierung in der Coronakrise erklärt ZdK-Generalsekretär Marc Frings:

„Wir begrüßen, dass die Beschaffung der Impfstoffe gegen das Corona-Virus innerhalb der Europäischen Union gemeinsam koordiniert wurde, um allen Mitgliedstaaten Zugang zu den Vakzinen zu gewährleisten. Durch den Abschluss von Verträgen mit mehreren Unternehmen konnte das Risiko gestreut werden, da im vergangenen Jahr lange unsicher war, welcher Impfstoff zuerst die Zulassung erhalten würde. Diese Strategie unterstützen wir ausdrücklich und lehnen Überlegungen ab, die Impfstoffbeschaffung auf nationaler Ebene zu verorten. Die derzeitigen Engpässe sind vorrangig auf die begrenzten Produktionskapazitäten zurückzuführen.

Wir plädieren in der Pandemie für grenzüberschreitende Lösungen und lehnen deshalb Grenzschließungen innerhalb Europas ab, um nicht nur die Gesundheit der Menschen zu schützen, sondern auch Lieferketten und Freizügigkeit zu wahren.

Zugleich rufen wir die EU und deren Mitgliedsstaaten dazu auf, sich nachdrücklich für eine global gerechtere Verteilung der Impfstoffe einzusetzen. Für ein solidarisches weltweites Miteinander reichen die bisherigen Bemühungen wie beispielsweise die COVAX Facility der WHO nicht aus. Es ist skandalös, dass in nur zehn Ländern mehr als 90% der bisher verabreichten Impfungen durchgeführt wurden, während Milliarden Menschen in vielen anderen Staaten nahezu keinen Zugang erhalten. Gleichgültigkeit ist aus christlicher Sicht keine Option. Angesichts der weltweiten Infektionsraten müssen die in Europa entwickelten Vakzine weltweit zur Verfügung gestellt werden.“