Freitag, 3. Mai 2002

Katholische Christen wollen an einer friedlichen Zukunft Europas mitarbeiten

Vollversammlung des ZdK am 3. Mai 2002 in Bonn-Bad Godesberg



Die Sorge um einen gerechten und dauerhaften Frieden sei die entscheidende Perspektive, in der die Europapolitik und insbesondere die Erweiterung der Europäischen Union gesehen werden müssten, betonte ZdK-Präsident Prof. Dr. Hans Joachim Meyer auf der Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) am Freitag, 3. Mai 2002, in Bonn-Bad Godesberg. Der Beitritt von Staaten aus dem östlichen Europa sei die Vollendung der Europäischen Union und mithin eine historische Chance für Frieden in Europa.

Dauerhaft könne dieser Friede allerdings nur dann sein, "wenn er auf einem Grundkonsens über die Werte und Normen ruht, nach denen wir die politische Ordnung Europas gestalten wollen". Dieser Grundkonsens sei eine der zentralen Herausforderungen für die Christen Europas. Deshalb habe das ZdK gemeinsam mit den Semaines sociales de France damit begonnen, ein Netzwerk katholischer Christen in Europa aufzubauen. Es gelte, aus den Stärken und Erfahrungen der Laienbewegungen heraus das sich vereinigende Europa sowohl geistig und kulturell, als auch gesellschaftlich und politisch mitzugestalten, erläuterte Meyer.

Mit Blick auf den "Konvent zur Zukunft Europas" führte der ZdK-Präsident Meyer aus, er biete den Christen einen idealen Anknüpfungspunkt für Christen, ihre Vorstellungen in die Debatten und politischen Entscheidungsprozesse einzubringen. Nur eine aufmerksame Begleitung der Konventsarbeit durch die Öffentlichkeit und damit durch die entstehende europäische Zivilgesellschaft könne gewährleisten, dass ein bürgernahes Europa entstehe. Daher sollten nach Meyers Ansicht, zwei Ziele die Arbeit des Konvents prägen: Ein einheitlicher, die verschiedenen Unionsverträge einbeziehender Verfassungsvertrag und die Bildung einer dem europäischen Parlament verantwortlichen Exekutive. Letztere müsse in ihren Aufgaben das Subsidiaritätsprinzip beachten und dürfe nicht die Verantwortlichkeiten und Kompetenzen der nationalen Regierungen ersetzen.