Mittwoch, 16. November 2005

ZdK-Präsident Meyer: Neuordnung in Regensburg ist Rechtsverletzung

Zu der am Dienstag, dem 15. November 2005 in Regensburg bekannt gegebenen "Neuordnung des Laienapostolates" erklärt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Hans Joachim Meyer:

Mit der gestern bekannt gegebenen "Neuordnung des Laienapostolats im Bistum Regensburg" setzt Bischof Müller seinen Konfrontationskurs fort und stellt sich offen gegen die Ergebnisse der Gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland (1972-1975) in Würzburg. Faktisch handelt es sich um die Abschaffung des Diözesanrates als eigenständigem Zusammenschluss gewählter Vertreter der Räte und Organisationen katholischer Laien. Diözesanräte sind bewährte, rechtlich gesicherte Institute des Laienapostolats, die auf der kanonisch anerkannten Koalitionsfreiheit der katholischen Laien und dem ihnen garantierten Recht der freien Meinungsäußerung in politischen und kirchlichen Angelegenheiten basieren. Weder ein in seiner Zusammensetzung vom Bischof berufener, nicht gewählter Diözesanpastoralrat, der nur beratenden Charakter hat, noch das Diözesankomitee, das sich aus vom Bischof festgelegten katholischen Verbänden und geistlichen Gemeinschaften zusammensetzt, stellen einen adäquaten Ersatz für einen Diözesanrat dar. Die diözesanen Räte in den deutschen Diözesen, die landauf landab von ihren Bischöfen geschätzt werden, sind ein unverzichtbares Instrument einer aktiven und kreativen Präsenz der Kirche in der Gesellschaft.

Die ohne triftige Gründe und ohne Anhörung der betroffenen Gremien vorgenommene Neuordnung stellt eine nicht hinnehmbare Rechtsverletzung dar. Die in den vorgelegten Mustersatzungen enthaltenen Bestimmungen zeugen von einem Amtsverständnis des Bischofs, mit dem er sich über Konzils- und Synodenbeschlüsse, universal- und teilkirchliche Rechtsnormen sowie über verbindliche Regelungen seiner Vorgänger und Amtsbrüder hinwegsetzt. Die unverzichtbare und strukturell gesicherte Zusammenarbeit von Klerikern, Ordensleuten und Laien wird faktisch zerschlagen. Dass dies 40 Jahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil und 30 Jahre nach der Gemeinsamen der Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland geschieht, ist kirchengeschichtlich und pastoral in Deutschland ohne Beispiel.